Witteks Atelier bleibt vorerst stehen

Erhalt gesichert

Walter Wittek kann aufatmen: Die Stadt Vreden verfolgt die Planungen zunächst nicht mehr weiter, die einen Abriss seines Ateliers zur Folge gehabt hätten. Der Erhalt des städtischen Gebäudes ist damit auf absehbare Zeit gesichert.

VREDEN

, 21.10.2015, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das hat der Bau- und Planungsausschuss in seiner vergangenen Sitzung beschlossen. Die Mitglieder hatten sich im Vorfeld ein Bild von der Situation gemacht und die ehemalige Werkshalle besucht, in der der Künstler Walter Wittek seit 33 Jahren arbeitet. Wie berichtet, liegt diese Halle im Umfeld der Hamalandhalle. Dieses war städtebaulich vollständig überplant worden; anstelle des Gebäudes sah der Entwurf Parkplätze vor.

Er erläuterte den Kommunalpolitikern sein künstlerisches Schaffen und den damit verbundenen Platzbedarf: "Dieses Gebäude ist ideal für mich." Er wolle dort auch im Alter solange wie möglich weiter tätig sein. Das Gebäude verdiene es aber auch unabhängig von seiner Person, über seinen Erhalt nachzudenken. Dort könnten sich beispielsweise Möglichkeiten für den künstlerischen Nachwuchs eröffnen. Eine Zusammenarbeit mit dem Kulturhistorischen Zentrum sei ebenfalls denkbar.

Historisches erhalten

Wittek sagte rückblickend, dass er sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt historischer Objekte wie zum Beispiel des Bahnhofs eingesetzt habe - allerdings erfolglos. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch betonte, dass die städtischen Pläne keine Existenzgefährdung Witteks darstellen würden. Der zweite Bauabschnitt für den "Stadteingang Süd" greife nicht unmittelbar. "Es ist die Aufgabe der Verwaltung, Pläne für die Zukunft zu machen", sagte Ausschussvorsitzender Hermann Geesink (CDU). Holtwisch griff die Ängste der Eheleute Wittek auf: Sie seien in diesem Ausmaß nicht begründet.

Das spiegelte sich auch in dem späteren Beschluss des Gremiums wider: Die überarbeitete Planung klammert nun den Bereich östlich der Hamalandhalle aus, in dem das Atelier liegt. Die Entwicklung dort solle zunächst nicht weiter verfolgt werden, lautete der einstimmige Beschluss. Der Bürgermeister hatte in diesem Zusammenhang unterstrichen: "In der Sache ist kein Druck drin."

Parkplätze schaffen

Der Ausschuss hatte sich zuvor über die Einzelheiten informiert, die die Pläne für das neue Umfeld der Halle nun vorsehen. Dieses gliedert sich in zwei größere Felder: Parkplätze bestimmen das Bild zwischen Schule und Halle, Sitzmöglichkeiten und ein Vorplatz die Fläche zwischen Halle und der Straße "Up de Bookholt". Eine Mauer und eine Rampe sind ebenfalls vorgesehen. Diskussionen gab es über eine spezielle Sorte von Asphalt, die dort aufgetragen werden soll. Er lässt sich fugenlos verarbeiten. Das schaffe eine besondere Optik, die den Platzcharakter betone, hieß es.

Dieser fand jedoch nicht den ungeteilten Beifall bei den Mitgliedern des Bauausschusses. Bedenken gab es nicht zuletzt mit Blick auf die Kosten, die dadurch entstehen. Holtwisch warnte vor einer Verwässerung der Planung: Es gehe um die Schaffung eines Stadteingangs, nicht nur um einen Parkplatz. Die Stadt will nun in der kommenden Ratssitzung noch eine Alternative vorstellen.

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