Würden Vredener auf Platz verzichten und in Tiny Houses wohnen?

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Mit wie wenig Wohnraum kommen die Vredener aus? Wären Tiny Houses ein Konzept, das in der Stadt ankommt? Das soll die Verwaltung prüfen. Doch nicht jeder ist von den Minihäusern begeistert.

Vreden

, 27.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Soll Vreden eine Siedlung für Tiny Houses bekommen? Und wollen Vredener tatsächlich in den extrem kleinen Häusern wohnen? Die Verwaltung soll das zumindest prüfen. Das hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung entschieden.

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Bei Tiny Houses (deutsch: winzige Häuser) handelt es sich um besonders kleine, teils sogar mobile Häuser, die mit extrem wenig Grundstücksfläche auskommen. Je nach Modell reichen schon höchstens 150 bis 200 Quadratmeter aus. Einige wirken tatsächlich wie hochwertig ausgerüstete Campingwagen, andere sind zwar deutlich kleiner als normale Immobilien, ansonsten aber kaum von ihnen zu unterscheiden. Auch in umliegenden Kommunen hatten sich Politiker in den vergangenen Wochen und Monaten mit dem Thema befasst. Umgesetzt wurde allerdings noch kein Projekt.

Ist Vreden für das Projekt geeignet?

In Vreden hatte die SPD Anfang Juni das Thema auf die Tagesordnung gebracht. „Die Idee ist ja gerade überall in aller Munde“, erklärte Stadtplaner Dirk Hetrodt von der Stadt Vreden im Ausschuss. Die Frage sei, ob sich die Idee überhaupt auf den ländlichen Raum übertragen lasse und welche Rolle die Stadt Vreden dabei spielen könne.

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Auch wenn Interesse für solche Häuser durchaus vorhanden sei, hapere es oft an passenden Grundstücken. „Man könnte ja einige Aussteller zur kommenden Wirtschaftsschau einladen, damit sie ihre Konzepte vorstellen und so Interesse wecken“, schlug er vor.

SPD möchte in die Diskussion starten

Damit punktete er bei Reinhard Laurich (SPD). „Eine sehr guter Vorschlag“, sagte er. Tiny Houses seien zwar keine Lösung für den Wohnungsmangel in der Stadt, aber eine gute Ergänzung. „Wir wollen in die Diskussion reinkommen und erst einmal ermitteln, für wen in Vreden diese Wohnform überhaupt in Frage käme“, sagte er. Inwieweit am Ende tatsächlich eine geschlossene Siedlung mit ausschließlich solchen Kleinsthäusern realistisch sei, könne er heute noch nicht abschätzen.

„Kein Platz für Luxuscampingwagen“

Hendrik Mulder (FDP) war nicht begeistert. „Ich glaube nicht, dass das für Vreden infrage kommt“, sagte er. „Wir brauchen Wohnungen und Platz für Einfamilienhäuser“, erklärte er weiter. Für die Art der Luxuscampingwagen gebe es in Vreden keinen Platz. Denn: „Innovativ ist diese Wohnform auf jeden Fall, kostengünstig ist sie nicht“, sagte er. Auch in anderen Städten – etwa Ahaus – sei das Interesse nach den ersten Veranstaltungen schnell komplett eingebrochen, als es dann um die tatsächliche Nachfrage ging.

Tiny-Houses könnten sich in Nischen etablieren

Für Gerd Welper (Grüne) erschienen die Tiny Houses zumindest als Alternative: „Vielleicht nicht als geschlossene Siedlung. Aber es gibt genug Nischen in der Stadt, wo man so etwas hinstellen könnte“, sagte er. Auch Elmar Kampshoff (UWG) sprach sich für die Idee aus. „Wir können die Wohnungsnot in Vreden nicht aus einem Guss lösen, sondern brauchen viele kleine Puzzlestückchen“, sagte er.

Die Tiny Houses könnten eine Ergänzung sein. Er gab jedoch auch zu bedenken, dass die Genehmigungsverfahren für die kleinen Häuser äußerst kompliziert seien. „Wenn wir am Ende feststellen, dass es in Vreden dafür kein Interesse gibt, haben wir diesen Punkt zumindest abgefragt“, erklärte er.

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Gegen die Stimme von Hendrik Mulder sprach sich der Ausschuss schließlich dafür aus, das Projekt weiter zu verfolgen. Nach Möglichkeit soll der Arbeitskreis für die Wirtschaftsschau einen entsprechenden Hersteller von Tiny Houses einladen. Parallel sollen weitere Fragen geklärt werden.

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