Zahl der Bedarfsgemeinschaften geht zurück

Sozialbericht

VREDEN. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich seit Mitte 2009 auch deutlich auf die „Fallzahlen“ im Vredener „Service Punkt Arbeit“ ausgewirkt. Aber: Mit Blick auf das vergangene Jahr kann festgestellt werden, dass die Auswirkungen insgesamt weniger negativ waren als erwartet.

17.01.2011, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Vreden ist Optionskommune - so befindet sich ein "Service Punkt Arbeit" im Rathaus.

Auch Vreden ist Optionskommune - so befindet sich ein "Service Punkt Arbeit" im Rathaus.

Zum Vergleich: Im Oktober 2010 war die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften auf 426 (952 Personen) zurückgegangen. Diese Zahlen waren zwar immer noch höher als im Oktober 2009 (419/943 Personen), doch die Tendenz zu einer Verbesserung sei klar erkennbar, bilanzierte die Fachabteilungsleiterin. Wie nachhaltig die Entwicklung sei, bleibe allerdings abzuwarten. Nicht abzusehen sei unter anderem die Auswirkung der für das laufende Jahr angekündigten Kürzung der Eingliederungsmittel um rund 20 Prozent. Deutlich weniger Geld wird vom Bund in verschiedene Qualifizierungs-, Trainings- und Unterstützungsangebote investiert, der Vredener „Service Punkt Arbeit“ kann weniger Teilnehmer für die verschiedenen Maßnahmen anmelden – „so verschlechtern sich die Chancen für die Leistungsbezieher auf dem freien Arbeitsmarkt erneut“, merkte Brigitte Sicking aus ihrer Erfahrung heraus an. Die deutlich gesteigerte Nachfrage auf dem ersten Arbeitsmarkt spiegelte sich auch bei der Arbeitsvermittlung wider. Allein von Oktober 2009 bis Oktober 2010 wurden 241 Vredener in Arbeit vermittelt – 69 von ihnen nahmen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse an, mit 172 aber konnte die Mehrheit in einen sozialversicherungspflichtigen Job vermittelt werden. Betrug die Anzahl der Vermittlungen beispielsweise im Januar 2010 sieben, waren es im August 37. Gegen Ende des Jahres – alle Zahlen sind noch nicht ausgewertet – waren 257 Vredener vermittelt.

Ein-Euro-Jobber gibt es in Vreden auch, zurzeit 42. Einrichtungen wie die Biologische Station, Alten- und Pflegeheime, Schulen und Kindergärten könnten Stellen beantragen, und in Abstimmung mit dem Kreis würden solche eingerichtet, erläuterte Brigitte Sicking auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Die Aufgaben müssten dabei gemeinnützig und zusätzlich sein. „Wir achten darauf, dass eine echte Chance besteht“, betonte die Fachabteilungsleiterin. Ob PC-Kenntnisse aufgefrischt würden oder die Jobber herausfinden könnten, ob der Umgang mit alten Menschen oder Kindern ihnen liegt – dafür seien diese Angebote. Jüngst sei noch aus einem Ein-Euro-Job eine Festanstellung als Hausmeister geworden, nannte sie ein positives Beispiel. Am städtischen Bauhof gebe es auch, aber eher wenige, niedrigschwellige Angebote, die ebenfalls auf sechs Monate befristet seien. Bei der Integration in Arbeit seien fehlende berufliche Qualifikation – zum Teil auch im Kombination mit Arbeitsentwöhnung – die größten Hemmnisse, fasste Brigitte Sicking zusammen.

Die Zahl der Einwohner, die auf die so genannte „Grundsicherung“ angewiesen sind, erhöhte sich mit den Jahren weiterhin stetig, teilte Brigitte Sicking mit. Im Jahr 2010 wurde die Grundsicherung an 100 Vredener ausgezahlt. Wer unter 65 Jahre alt und zeitlich begrenzt erwerbsfähig ist, erhält Sozialhilfe. Diese Leistungen wurden in Vreden im Schnitt an sechs Einwohner monatlich ausgezahlt.

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