Zuschuss der Stadt für den Friedhof umstritten

Blickpunkt Glockenturm

Auch wenn es am Ende zu einem mehrheitlichen Beschluss reichte: Die Meinungen im Rat gingen weit auseinander, als die Frage nach einem Zuschuss im Raum stand, mit dem zwei neue gestalterische Elemente ihren Weg zum Friedhof finden sollten.

VREDEN

, 01.04.2015, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zuschuss der Stadt für den Friedhof umstritten

Der Rat hat sich mit dem Vredener Friedhof befasst.

Im Blickpunkt stand dabei die Absicht, einen Glockenturm zu errichten und in baulich ähnlicher Weise ein Kreuz einzuhausen. Nicht irgendeine Glocke und nicht irgendein Kreuz: Beides stammt aus der Marienkirche, die bis auf den übrig gebliebenen Turm inzwischen verschwunden ist.

Erster Beigeordneter Bernd Kemper hatte sich hinter die Idee gestellt: "Ich halte einen städtischen Zuschuss für vorstellbar." Die geschätzten Gesamtkosten liegen derzeit bei 50000 Euro. Kemper erläuterte den Vorschlag der Verwaltung, die Pläne konkreter auszuarbeiten und für die Finanzierung auch auf die Suche nach Sponsoren zu gehen.

Komplett ohne Zuschuss

Reinhard Laurich (SPD) hatte nichts dagegen, die Möglichkeit zur Aufstellung auf dem städtischen Friedhof zu schaffen. Doch einschränkend ergänzte er: "Das sollte aber komplett ohne einen Zuschuss der Stadt passieren."

Ähnlich sah es auch Elmar Kampshoff (UWG), der sich gegen einen städtischen Zuschuss wandte. Er ging sogar noch weiter: "Dieses Kreuz gehört nicht in erster Linie auf den Friedhof." Dieser sei schließlich eine städtische Anlage und daher neutral: "Sonst könnten auch Angehörige anderer Glaubensrichtungen fordern, dass auch ihre Symbole aufgestellt werden." Die Glocke hingegen sei denkbar.

Kirchliche Sponsoren

Gerd Welper (Grüne) schloss sich seinen Vorrednern an: "Wir sollten für diesen Zweck keine Steuermittel einsetzen." Er fragte, ob zu den möglichen öffentlichen Sponsoren auch kirchliche zählen könnten.

Ganz anders beurteilte Heinz Gewering das Vorhaben: Der CDU-Fraktionsvorsitzende wollte einen städtischen Zuschuss dazu keinesfalls ausgeschlossen wissen. Und zum Thema Kreuz sagte er mit Blick auf die Aussage Kampshoffs: "Wir sprechen hier von einem christlichen Anteil von 90 Prozent in Vreden." Das Symbol des Kreuzes sei daher gerechtfertigt und gewünscht.

Bekenntnis im Vordergrund

Dieser Punkt rief auch noch eine Äußerung des Ersten Beigeordneten hervor. Bernd Kemper betonte, dass das christliche Bekenntnis in der Region im Vordergrund stehe, ohne dass dies eine geringere Wertschätzung anderer Religionen bedeute. Ansonsten müssten christliche Symbole auch aus der Aussegnungshalle entfernt werden.

Und Cläre Winhuysen (SPD) ergänzte: "Wir haben einen großen Friedhof, da wäre es im Zweifelsfall auch möglich, dass sich andere Religionen darstellen." Für den Vorschlag der Verwaltung stimmten am Ende die CDU und die FDP.

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