Auch für den Ehrenamtspreis bei der Sportlerwahl des Stadtsportverbandes war Bernd Heimann schon nominiert. © Helga Felgenträger (A)
Sportlerplakette

43 Jahre am Schläger: Stadt ehrt Bernd Heimann für Hockey-Leidenschaft

Es begann als Hobby, doch das ist es schon lange nicht mehr: Bernd Heimann ist auf der Werner Hockey-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Jetzt hat ihn die Stadt für seinen Einsatz geehrt.

Rund 31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland im Ehrenamt, schreibt das Bundesministerium des Inneren. Einer von ihnen ist Bernd Heimann. Für seinen Einsatz am Hockeyschläger hat er von der Stadt nun die Sportlerplakette erhalten.

Naja, beziehungsweise er wird sie noch erhalten. „Der Bürgermeister hat mich angerufen und mir gratuliert. Irgendwann nach den Sommerferien bekomme ich dann die Plakette überreicht“, sagt Heimann. Durch den Anruf von Lothar Christ hat der 53-Jährige auch erst von seiner Ehrung erfahren.

Wie er zu dieser Ehre kam, weiß der engagierte Hockey-Spieler nicht. „Irgendwer muss mich vorgeschlagen haben. Ich weiß aber nicht, ob es jemand aus dem Verein war oder jemand, der mich einfach sehr lieb hat“, sagt er mit einem Lachen. Der Sportausschuss der Stadt hat dann in der vergangenen Woche über die Wahl abgestimmt. Neben Heimann wurde auch der Reiter Oliver Schall geehrt.

Die Jugend liegt ihm am Herzen

Doch auch wenn Heimann nicht weiß, wer ihn vorgeschlagen hat, gibt es doch genug Gründe, warum er die Plakette bekommt. Bernd Heimann engagiert sich seit 43 Jahren im TV Werne Hockey – damals war er gerade mal 10. „Ich bin also ein Gründungsmitglied“, sagt er. Er hat die Abteilung mit aufgebaut – von 17 Mitgliedern in schlechtesten Zeit zu den heutigen 150.

Dazu engagierte sich Heimann lange Zeit hauptsächlich in der Jugendarbeit. „Ich war jahrelang Jugendwart, habe Ewigkeiten auch das Training gemacht“, sagt er rückblickend. Die Jugendarbeit liegt ihm am Herzen, wie er selber sagt. Sowohl im Ehrenamt, als auch in seiner Arbeit an der Berufsschule, wo er in der Benachteiligtenförderung aktiv ist.

Selbst mit 53 Jahren greift Bernd Heimann gerne noch selber zum Schläger und verstärkt das Seniorenteam. © Christian Greis (A) © Christian Greis (A)

„Im Endeffekt spiele ich jetzt, wenn ich mal spiele, mit denen, die ich in der Jugend selber trainiert habe“, so Heimann. Das Traineramt hat er aber in der Jugend inzwischen bei Seite gelegt. Stattdessen möchte er lieber, dass Jugendliche sich im Verein engagieren: „Man muss den jungen Menschen Aufgaben geben, sonst gehen die uns von der Fahne.“

Denkt noch nicht ans Aufhören

Im Verein kümmert er sich inzwischen eher um Organisatorisches wie Hallenzeiten für die Meisterschaftsspiele. Doch seine Hockey-Leidenschaft beschränkt sich nicht nur auf den Verein. Heimann ist auch Jugendbezirkswart für Westfalen. Im dortigen Training wird über die komplette Hockeyjugend in Nordrhein-Westfalen gesprochen. Alle drei Monate treffen sich die Vertreter dazu.

Nach den 43 Jahren denkt Heimann also noch nicht ans Aufhören: „Irgendwo hängt das Herz zu sehr dran.“ Auch wenn er sich inzwischen lieber in den Hintergrund stellt und immer wieder betont, dass das Vorstandsmitglied das alles nicht alleine gemacht hat.

Solange will er auch erstmal noch selber zum Schläger greifen. Auch wenn er körperlich nicht immer mithalten könne: „Die Jüngeren laufen mir weg, aber ich kann mit meiner Erfahrung helfen.“ Die hat er nämlich eben nicht nur in der Jugendarbeit.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick