Fußball

Beim SV Herbern saß am Sonntag ein alter Bekannter auf der Bank

Der SV Herbern hat aktuell viele Verletzte und Urlauber zu beklagen. Dennoch staunten einige Zuschauer nicht schlecht, als sie einen alten Bekannten auf der Bank sitzen sahen.

Es ist aktuell personell keine einfache Zeit für den SV Herbern. Viele Spieler sind verletzt oder angeschlagen, andere verweilen aktuell noch im Urlaub. Das war auch der Grund dafür, dass die Zuschauer nicht schlecht staunten, als sie am Sonntag einen Blick auf die Bank warfen.


Denn dort saß der ehemalige Herberner Keeper Sven Freitag. Bis zum Sommer war dieser zwar noch beim Landesligisten aktiv, hatte dann aber aufgrund anhaltender Knieprobleme seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Umso überraschender also, dass er am Sonntag auf der Bank saß.

Denn eigentlich hat der SV Herbern mit Leonhard Fenker und Philipp Sandhowe aktuell gleich zwei starke Keeper im Kader. Sandhowe stand am Sonntag auch auf dem Feld, Fenker war allerdings nicht dabei. „Leo ist im Urlaub“, erklärte Coach Benjamin Siegert nach dem Spiel.

Also musste ein Ersatz-Ersatzkeeper her – und der war eben Sven Freitag. Dass es nämlich ohne Torwart auf der Bank auch brenzlig werden kann, wissen die Herberner aus eigener Erfahrung. Als sich Sven Freitag im Dezember 2019 in einem Spiel das Knie verdrehte, fehlte der Ersatzmann. Die Konsequenz: Feldspieler Joe Breloh musste für 75 Minuten den Kasten hüten.

Dieser Fehler sollte den Herbernern nicht noch einmal unterlaufen und sie fragten Sven Freitag an, ob er sich zumindest auf die Bank setzen würde. „Da war ich wirklich auch sehr überrascht“, sagt der reaktivierte Keeper. „Ich wollte die Jungs aber natürlich nicht hängen lassen.“

Also fand sich Sven Freitag nach seiner schweren Verletzung und dem Karriereende rund 1,5 Jahre nach seinem letzten Spiel wieder auf dem Rasenplatz an der Werner Straße wieder. „Das war schon kurios“, erzählt Freitag. „Ich hatte zum ersten Mal wieder einen Ball am Fuß.“

Ein richtiger Einsatz war allerdings nicht geplant. „Ich habe mich bereit erklärt, auf der Bank zu sitzen“, sagt Freitag. „Im größten Notfall wäre ich natürlich eingesprungen, aber Philipp macht seine Sache da im Tor ja ziemlich gut, das soll auch so bleiben.“

Auch am kommenden Sonntag wird Sven Freitag noch ein weiteres Mal für die Herberner auf der Bank sitzen. „Bis Leo wiederkommt, mache ich das natürlich gerne“, sagt der Keeper.

Aber haben die Füße nicht gejuckt, um wieder richtig anzufangen? „Na ja, es hat schon richtig Bock gemacht mit den Jungs“, sagt Sven Freitag. „Aber ich muss auch sagen: Ich weiß schon, warum ich aufgehört habe. Übergangsweise hab ich Spaß, aber ganz zurückkehren werde ich nicht.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening