Benjamin Siegert stand am Sonntag überraschend in der Startelf. © Verena Schafflick
Fußball

Benjamin Siegert steht zum ersten Mal für den SV Herbern auf dem Platz: „Das bleibt eine Ausnahme“

Auch wenn Benjamin Siegert einen Spielerpass beim SV Herbern liegen hat - nutzen wollte er ihn aber eigentlich nicht. Deswegen war die Überraschung groß, als man seinen Namen in der Startelf las.

Eigentlich war es nur pro forma, dass Trainer Benjamin Siegert beim SV Herbern auch einen Spielerpass bekam. Nach seiner letzten Station beim FC Nordkirchen betonte er stets: „Ich bleibe an der Seitenlinie und werde nicht spielen.“ Umso überraschender war es also, dass der Coach am Sonntag gegen den TuS Wiescherhöfen dann doch in der Startelf stand.

Grund für den überraschenden Einsatz war, wie schon in den vergangenen Wochen, der Spielermangel beim Landesligisten. Als sich nun auch noch Johannes Richter und Julius Höring zu den bisherigen Verletzten gesellten, blieb Benjamin Siegert keine andere Wahl, als erneut umzustellen.

Der SV Herbern hat zurzeit „keine anderen Möglichkeiten“

„So ist das: Wenn wir die Spieler nicht haben, müssen wir anders aufstellen“, sagt der Trainer. „Ich habe diese Woche schon mit der Mannschaft trainiert. Deswegen war das jetzt mal so, dass ich den Jungs auf dem Platz helfen konnte. Außerdem haben wir zur Zeit keine anderen Möglichkeiten, die ganzen fehlenden Spieler zu kompensieren.“

Doch auch wenn die Partie gut lief und der SV Herbern mit 5:0 gegen den TuS Wiescherhöfen gewann, stellte Siegert nach Abpfiff klar: „Es soll definitiv nicht die Regel werden, dass ich spiele. Ich hoffe, dass das nicht mehr so oft vorkommt in den nächsten Wochen. Es ist gut gegangen, also freuen wir uns über die drei Punkte und es ist alles in Ordnung.“

Dennoch war es für den Herberner Coach keine einfache Entscheidung, sich selbst aufzustellen. „Wenn der Trainer mitspielt, ist das immer ein Spagat“, sagt Benjamin Siegert. „Es hat Gott sei Dank geklappt und ich habe der Mannschaft geholfen, den Dreier einzufahren. Das war Sinn und Zweck des Ganzen.“

Und wie war das erste Pflichtspiel nach zwei Jahren Fußballabstinenz für den Ex-Profi? „Es hat mir schon mal wieder richtig Spaß gemacht“, gibt Benjamin Siegert nach Abpfiff zu. „Trotzdem hoffe ich, dass das nicht mehr so oft vorkommen muss und ich wieder an die Seitenlinie zurückkehren kann.“

Insgesamt ist Benjamin Siegert zu großen Teilen mit der Mannschaftsleistung der Herberner zufrieden. „Es ist alles gut gelaufen, wir freuen uns über die ersten drei Punkte in dieser Saison“, sagt der glückliche Coach. „Aber wir müssen weiter arbeiten, um auch die nächsten Spiele gewinnen zu können.“

Die nächste Möglichkeit hat der SV Herbern am Sonntag. Dann geht es für die Mannschaft auswärts zum VfL Senden – vermutlich mit Benjamin Siegert wieder an der Seitenlinie statt auf dem Spielfeld.

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening