Ein Leistungsträger des SV Stockum hört auf. © Helga Felgenträger
Fußball

Leistungsträger des SV Stockum wohl vor Abgang – „das ist kein Kreisliga-A-Niveau“

Letzter Tabellenplatz der Kreisliga A, lediglich zwei Punkte: Beim SV Stockum läuft es diese Saison alles andere als rosig. Nun die nächste Hiobsbotschaft: Stockums Offensivmotor hört auf.

Der Blick auf die Tabelle der Kreisliga A1 Unna-Hamm verrät es: Beim SV Stockum läuft es in dieser Saison nicht rund. Mit zwei Punkten hält der A-Ligist die Rote Laterne. Alle Hoffnungen liegen auf den Winter-Transfers. Die müssen wohl auch einen schweren Verlust kompensieren.

Denn im Gespräch bestätigte Tolga Köroglu am Mittwoch gegenüber dieser Redaktion, dass er wohl zur Winterpause aufhören wird. Spielertrainer Marvin Böhme sei bereits informiert, auch Yassine Najih wüsste grob Bescheid. „Das steht schon zu 99 Prozent fest“, so Köroglu.

Schon im Sommer wollte der Offensivmotor der Stockumer aufhören, wurde aber nochmal von Najih zum Bleiben überredet. Nun soll aber endgültig Schluss sein.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen habe Tolga Köroglu sich selbstständig gemacht als Fliesenleger. Deswegen fehlte er schon bei vielen Spielen. „Unter der Woche zum Training hat es nicht geklappt und ich hatte so viele Aufträge, dass ich oft auch am Wochenende arbeiten musste“, erklärt der Offensivmann.

Doch ausschlaggebend für seine Entscheidung sei eher die Situation beim SV Stockum. Dass die Stockumer das Tabellenschlusslicht der Kreisliga A sind, kommt für Köroglu nicht überraschend: „Wir sind einfach schlecht, da ist qualitativ gar nichts. Das ist kein Kreisliga-A-Niveau.“

Damit meint er den gesamten Kader. Es seien alles super Jungs, auch die Einstellung würde jedes Spiel stimmen: „Aber das jetzt ist schon das, was wir erreichen können.“ Augenscheinlich sei für ihn dabei die 1:3-Niederlage am Sonntag gegen VfK Weddinghofen gewesen.

„Ich habe noch nie in der Kreisliga A gegen so eine schlechte Mannschaft gespielt und wir verlieren da 1:3 – das sagt doch schon alles“, urteilt Köroglu. Weddinghofen habe eher Kreisliga-B- oder -C-Niveau. „Früher hätten wir 15, 20 Stück gegen die geschossen, das ist schon ein bisschen traurig.“

Die Situation jetzt ziehe ihn runter – was dann seine Familie zu spüren bekäme. „Da bleibe ich lieber zuhause und verbringe Zeit mit meinen Kindern.“ Er habe einfach keinen Spaß mehr. Ob er die Fußballschuhe noch mal für einen anderen Verein schnürt, ist noch offen.

Dem Spielertrainer Marvin Böhme macht Köroglu keinen Vorwurf. „Er hat ja nur bestimmte Spieler, die er spielen lassen kann. So breit sind wir nicht aufgestellt“, sagt er. Zwar soll sich das in der Winterpause ändern, doch so recht glaubt Tolga Köroglu da nicht dran.

„Jetzt im Moment ist es schwierig, einen guten Spieler nach Stockum zu holen“, glaubt er. Viele wüssten, wie es momentan um den SV Stockum bestellt sei. Zwar gäbe es finanzielle Möglichkeiten, „aber ich glaube nicht, dass einer da gerade drauf Lust hätte.“

Könnte der SV Stockum aber fünf oder sechs Spieler verpflichten, würde es wohl auch mit dem Klassenerhalt klappen, glaubt Köroglu. Immerhin seien es nur vier Punkte zum rettenden Ufer. „Wir brauchen aber Spieler, mit denen wir vorankommen und die auch wirklich Kreisliga-A-Niveau haben.“

Eben das, was er bei seinem Team gerade nicht sieht. Er versuche, den Spielern im persönlichen Gespräch zu helfen. Das würde aber nicht viel bringen. „Wir können einfach kein Fußball spielen.“

Dementsprechend setzt er auch keine großen Hoffnungen in einen Erfolg am Sonntag gegen BV 09 Hamm (14.30 Uhr, Ascheplatz, Boymerstraße). Er hofft zumindest auf einen Punkt, glaubt da aber auch nicht dran: „Wir werden natürlich alles geben, aber bei dem Kader reicht das nicht.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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