100.000 Euro veruntreut: Wernerin gesteht

Dortmunder Landgericht

Im Prozess um betrügerische Finanzvermittlungen hat nach dem Hauptangeklagten aus Werne nun auch dessen ehemalige Partnerin ein Geständnis abgelegt. Laut Anklage veruntreuten die beiden Täter mehr als 100.000 Euro. Von dem Geld habe sie aber nur indirekt profitiert, behauptet die Frau.

WERNE/DORTMUND

02.02.2017, 18:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Dortmund.

Das Landgericht Dortmund.

Vor dem Dortmunder Landgericht bezeichnete sich die Frau am Donnerstag zwar selbst als eine Art Opfer. Sie räumte aber ein: „Ich muss leider eingestehen, dass mir die täuschenden und veruntreuenden Handlungen irgendwann nicht mehr verborgen geblieben sind.“

Laut Anklage haben die beiden Finanzvermittler eine Reihe von Kunden betrogen und dabei mehr als 100.000 Euro für sich selbst verbraucht. Bei Geldanlagen überredeten sie die Investoren, die Summen zunächst auf ein Zwischenkonto zu überweisen. Auf dieses hatte aber vor allem der Hauptangeklagte Zugriff. Das Geld hob er in der Regel ab und verbrauchte es anderweitig für seine Zwecke.

Mit der Mitangeklagten verband den Werner offenbar spätestens ab 2009 eine Art Hassliebe, die die Frau bis heute zu Tränen rührt. Während ihr Rechtsanwalt am Donnerstag in ihrem Namen die Geständnis-Erklärung verlas, musste sich die Frau immer wieder mit der Hand über die Augen wischen.

Der 51-Jährige habe sie oft beleidigt, gedemütigt und verletzt, hieß es in dem Dokument. „Er hat mich mit einer Afrikanerin betrogen, aber irgendwie konnte ich mich nie ganz von ihm lösen.“ Zwischenzeitlich hatte die Frau ihren Wohnsitz sogar schon mal an die Ostsee verlegt. „Doch dann rief er mich wieder an, sagte, mit der anderen sei Schluss, und ich war so dumm, wieder auf ihn hereinzufallen.“

Mittäterschaft eingestanden

Die Frau behauptet, von dem Geld selbst nur indirekt profitiert zu haben. Den Großteil der Summe habe der Hauptangeklagte verprasst. Sie habe aber inzwischen eingesehen, dass man auch ein Betrüger sei, wenn man mithelfe, einen anderen Mann reich zu machen. „Insofern muss ich wohl eingestehen, dass ich eine Mittäterin war“, las der Anwalt vor.

Glauben die Richter der Angeklagten diese Ausführung, werden sie dies bei der Bemessung der Strafe sicherlich mildernd berücksichtigen. Der Hauptangeklagte aus Werne hatte schon zu einem früheren Zeitpunkt des Prozesses zugegeben, sich am Geld zahlreicher Anleger vergriffen zu haben. 

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