30 Minuten kostenlos parken am Krankenhaus? „Von wegen. Da fühlt man sich verarscht“

rnChristophorus-Krankenhaus

Das Parken am Krankenhaus bewegt die Werner. Karl-Heinz Möller fühlt sich „verarscht“. Die erste halbe Stunde schildert das Krankenhaus als kostenlos aus, aber das gilt nicht immer...

Werne

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Schnell auf den Parkplatz des Christophorus-Krankenhauses, in eine der freien Parklücken fahren und fix an den Parkautomaten. Gut gelaunt stapfte Karl-Heinz Möller (70) dorthin - schließlich ist die erste halbe Stunde umsonst. Doch als er das erste Geldstück einwarf, konnte er seinen Augen nicht glauben.

„Da wurde nichts verrechnet oder gutgeschrieben“, sagt Möller. „Als ich Geld für eine Stunde eingeworfen habe, habe ich auch nur die angezeigt bekommen - und nicht etwa anderthalb.“ Die versprochene kostenfreie halbe Stunde gilt also nur für Besucher, die vorher wieder das Gelände verlassen. Nicht für diejenigen, die zahlen.

„Da fühlt man sich richtig verarscht“, sagt Möller. An anderen Bezahlparkplätzen in Werne laufe das anders, da bekomme man die kostenfreie halbe Stunden stets obendrauf gerechnet. „Das ist eine unmögliche Lösung“, so Möller.

Ludger Risse (61) Standortleiter des Hauses, verteidigt das zuletzt harsch kritisierte und mitunter als „Abzocke“ bezeichnete Konzept erneut, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion: „Das Angebot für die kostenfreie halbe Stunde richtet sich nun mal ganz klar an Kurzparker. Wir haben immer offen gesagt, dass es ab einer Stunde 1,50 Euro kostet. Das ist eben unser Modell. An anderen Standorten ist das nicht anders.“

Kritik an Tarifen für Mitarbeiter

Auch die hohen Gebühren für Langzeit-Patienten findet Möller nicht angemessen. 40 Euro zahlen Besucher für eine Woche auf dem Parkplatz. „Da ist es ja fast schon günstiger, sich ein Taxi zu bestellen.“

Ähnliches gelte für die Mitarbeiter des Hauses. Sie bekommen zwar einen vergünstigten Tarif, doch geht es nach Möller, komme das einer Lohnkürzung gleich.

„Ich habe mit Mitarbeitern gesprochen und die sind alles andere als glücklich.“ Laut Möller werde den Mitarbeitern das Geld direkt vom Lohn abgezogen. Trotz gleicher Leistung und Inanspruchnahme der Parkplätze wie zuvor, bleibt ihnen weniger vom Lohn.

Jetzt lesen

Ludger Risse bestätigt diese Form der Abrechnung: „Natürlich schicken wir jetzt nicht jedem Mitarbeiter eine Rechnung. Es wird aber selbstverständlich nur denjenigen etwas abgezogen, die vorher einen Parkausweis beantragt haben.“

Heißt: Vollzeitbeschäftigte zahlen 10 Euro im Monat, Teilzeitbeschäftigte unter 5 Euro. Jeder Mitarbeiter, der einen Parkausweis beantragt, bekomme ihn zudem für 2 Kennzeichen. „Schließlich fährt man ja vielleicht auch mal mit dem Auto seines Partners“, so Risse weiter.

Dennoch: „Das kann nicht die finale Lösung für das Parken am Krankenhaus sein“, findet Möller. Andere Krankenhäuser in der Umgebung - beispielsweise in Lünen, Kamen und Hamm - setzen allesamt auf eine Schrankenlösung, auf die man in Werne bewusst verzichtet hat.

Lesen Sie jetzt