Die 3G-Eingangskontrollen zur Sim-Jü-Party im Kolpingsaal waren streng. Dadurch kam es zu Wartezeiten. Nicht überall wird so konsequent kontrolliert. © Jörg Heckenkamp
Corona in Werne

3G-Kontrollen in der Gastronomie Wernes oft lasch oder gar nicht

Trotz steigender Inzidenzzahlen nehmen viele Menschen die Corona-Pandemie nicht mehr so schwer. Manchmal sogar zu leicht - etwa bei den Kontrollen in Gastronomie oder bei Veranstaltungen.

Man könnte manchmal glauben, Corona war gestern. Die Erleichterungen, die es in vielen Bereichen gibt, wirken sich auf die Einhaltung der verbliebenen Regeln aus. Etwa in der Gastronomie. In Werne gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

So war von uns mehrfach zu beobachten, dass der Wirt eines Restaurants in Werne die Gäste so gut wie gar nicht auf die 3G-Regel kontrolliert. Vor allem, wenn es etwas hektisch bei ihm zuging. Er selbst trug die Maske auf „Halbmast“. Kein gutes Vorbild für Mitarbeiter und Gäste. Von ähnlichen Erfahrungen in anderen Lokalen berichteten uns Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Vorbildliche Kontrolle in der Kuhbar Werne

Von einer gegenteiligen Erfahrung schreibt eine Wernerin auf Instagram. Sie sei vor einigen Tagen in der Kuhbar gewesen, um im Laden ein Eis zu essen. „Sobald wir gesagt haben, dass wir das Eis dort essen und uns setzen, wurde gesagt, dass dann ein Nachweis gezeigt werden muss“, schreibt die Wernerin. „Wir waren alle geimpft und haben den Nachweis über die App gezeigt und meine Mutter hatte ihren Impfpass dabei.“ Insgesamt habe sie das Gefühl, dass die Bedienungen die Kontrolle ernst nähmen.

Wiederum andere Gastronomen werfen nur einen flüchtigen Blick auf den Impfnachweis, ohne zugleich den Personalausweis zu kontrollieren. Vorbildlich war dagegen beispielsweise die Eingangs-Kontrolle bei der Sim-Jü-Party im Kolpingsaal. Allerdings führte die Einhaltung der Überprüfung zu einer langen Warteschlange.

Ordnungsamt sind bisher zwei Fälle in Gastronomien begegnet

Kontrollieren müssen Gastronomien oder Dienstleister eines der 3 Gs – also ob jemand geimpft, getestet oder genesen ist. Kontaktlisten gibt es nicht mehr, die Luca App wird nur noch stellenweise genutzt. „Eine Nachverfolgbarkeit gibt es gar nicht mehr“, sagt Werner Kneip vom Ordnungsamt in Werne. Die sei auch in der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung gar nicht mehr genannt. „In Innenräumen gilt 3G und die Maskenpflicht, bis ich an meinem Platz bin.“ Auch Abstände müssen nicht mehr eingehalten werden.

Generell sei die Lage aus Sicht des Ordnungsamtes entspannt – allerdings habe es zwei Fälle gegeben, in denen das Ordnungsamt mit Wirten sprechen musste. Ende September etwa habe eine Privatperson sich beim Ordnungsamt beschwert, weil diese in einer Gastronomie nicht nach ihrem Impfstatus gefragt worden sei. Daraufhin habe man das Gespräch mit dem Gaststättenbetreiber gesucht. Die Aussage: Das habe er in der Hektik vergessen. „Das wird wahrscheinlich jeder sagen“, so Kneip.

Kellner ohne Mund- und Nasenschutz

In einem zweiten Fall einer anderen Gastronomie vor etwa 3 bis 4 Wochen, hatte sich eine Privatperson beschwert, weil von den Kellnerinnen und Kellnern dort keine Masken getragen worden sei. „Manche nehmen den Mundschutz nicht mehr so ernst“, so Kneip. Zunächst einmal versuche man es mit Gesprächen. „Wir haben bisher noch nicht an Bußgelder gedacht.“

Sollte sich ein derartiges Verhalten aber in einer Gastronomie oder einem Geschäft wiederholen, müsse man darüber nachdenken. Da der Bußgeldkatalog dahingehend noch nicht angepasst worden sei, müsse man sich dann mit den anderen Städten im Kreis Unna abstimmen, um nicht in der einen Kreisstadt viel höhere Bußgelder zu nehmen als in der nächsten, so Kneip.

Gleichzeitig stiegen die Coronafälle wieder und auch die Inzidenzen. Für Ende kommender Woche ist eine neue Coronaschutz-Verordnung angekündigt. „Wir warten mal ab“, so Kneip.

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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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Jeden Tag Menschen hautnah - nichts ist spannender als der Job eines Lokalredakteurs. Deshalb möchte ich nichts anderes machen - seit mehr als 35 Jahren.
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Jörg Heckenkamp