A1 bei Werne: Tempolimit 130 wegen vieler Unfälle

Geschwindigkeitsbegrenzung

Auf der A1 zwischen Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz gilt in Fahrtrichtung Köln seit einer Woche Tempo 130. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist eine Reaktion auf die Unfälle, die sich in diesem Abschnitt der Autobahn immer wieder ereignen. Die Unfallkommission der Bezirksregierung Arnsberg hat damit buchstäblich die Notbremse gezogen.

WERNE

, 31.08.2017, 07:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
A1 bei Werne: Tempolimit 130 wegen vieler Unfälle

Auf der A1 zwischen Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz gilt in Fahrtrichtung Köln seit dem 24. August 2017 Tempo 130.

Erst vor knapp drei Wochen, am 11. August, kam es in Höhe Werne zu einem Unfall mit fünf beteiligten Fahrzeugen. Vermutlich durch Unachtsamkeit an einem Stauenende auf dem viel befahrenen Stück der A1. Unachtsamkeit, eine zu hohe Geschwindigkeit und ein zu geringer Abstand zwischen den Fahrzeugen gab Polizeihauptkommissar Gunnar Wortmann von der Autobahnpolizei Dortmund bereits im März dieses Jahres als die häufigsten Unfallursachen an. Eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h soll die Autofahrer nun bremsen.

Nur in Fahrtrichtung Köln

Die Unfallkommission der Bezirksregierung Arnsberg, die Abschnitte im Autobahnnetz betrachtet, auf denen es immer wieder kracht, erklärte die Tempobegrenzung in ihrer jüngsten Sitzung am 12. Juli für beschlossene Sache. „Am 24. August wurde die Neuerung umgesetzt“, sagte Benjamin Hahn aus der Pressestelle der Bezirksregierung am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Heißt: Die Schilder wurden aufgestellt – vorerst im Bereich zwischen Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz und nur in Fahrtrichtung Köln.

In Richtung Bremen herrscht weiterhin kein Tempolimit. „Das ist keine Seltenheit“, sagte Hahn. Richtung Dortmund gebe es deutlich mehr Unfälle wegen viel zu hoher Geschwindigkeit, dementsprechend habe man nur auf dieser Seite reagiert.

Das bestätigt eine Anfang dieses Jahres aufgestellte Übersicht der Ruhr Nachrichten. 16 Unfälle mit Personenschaden zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 meldete die Autobahnpolizei damals für den Bereich zwischen Werne-Nord und Kamener Kreuz – zwölf davon ereigneten sich in Fahrtrichtung Köln. Bagatellunfälle waren da noch nicht mitgerechnet.

"Die Schilder stehen dauerhaft"

Von einer offiziellen „Unfallhäufungsstelle“ spricht die Polizei trotzdem nicht, weil solche auf gerader Strecke nur schwer auszumachen seien. Einmündungen im Stadtgebiet etwa könnten laut Kim Freigang, Pressesprecher der Dortmunder Polizei, eher als Unfall-Knotenpunkte definiert werden. Ob nun offizielle Definition oder nicht: Das Problem soll mit dem neuen Tempo-Limit angegangen werden. Eine Übergangslösung sei das nicht, sagt Hahn. „Die Schilder stehen dauerhaft.“

Zusätzlich zu dem Tempo-Limit kündigte Hahn am Mittwoch eine durchgezogene Linie ab Anschlussstelle Hamm/Bergkamen in Rünthe an. Autofahrer dürfen dann zwar noch überholen, allerdings nur, wenn sie vor der durchgezogenen Linie bereits auf der linken Spur fahren. Einfach rausziehen, soll in diesem Bereich zukünftig verboten sein. So sollen nicht nur Auffahrunfälle, sondern auch Kollisionen beim Spurwechsel minimiert werden. Wann die durchgezogene Linie kommt, konnte Hahn noch nicht sagen. Nur so viel: „Sie kommt.“

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Die Unfallkommission
Die Bezirksregierung Arnsberg ist Straßenverkehrsbehörde für die Autobahnen des Bezirks und hat den Vorsitz der Autobahnunfallkommission. Weitere Mitglieder sind die Autobahnpolizei und der Landesbetrieb Straßen NRW. Die Unfallkommission prüft, ob unfallbegünstigende Faktoren festgestellt und beseitigt werden können. Lösungen können Geschwindigkeitsbegrenzungen wie nun auf dem Abschnitt der A1, LKW-Überholverbote, Änderungen der Fahrbahnmarkierung oder die polizeiliche Überwachung sein.

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