Abriss der Lippebrücke: Lange Umleitungen drohen

Kein Ersatz geplant

Wenn diese Pläne umgesetzt werden, wird es bitter für alle, die zwischen Bergkamen und Werne unterwegs sind: Der Landesbetrieb Straßen.NRW erwägt, während des Neubaus der Lippebrücke der B233 auf eine Ersatzbrücke zu verzichten. Die Folge wären kilometerlange Umleitungen.

WERNE/BERGKAMEN

16.07.2015, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Landesbetrieb will bei der Sanierung der Lippebrücke an der Werner Straße auf eine Behelfsbrücke verzichten.

Der Landesbetrieb will bei der Sanierung der Lippebrücke an der Werner Straße auf eine Behelfsbrücke verzichten.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW erwägt, die Lippebrücke an der Werner Straße während der Erneuerung für den Verkehr komplett zu sperren. Joachim Kaminski von der Niederlassung von Straßen.NRW in Bochum sieht darin den Vorteil einer erheblich kürzeren Bauzeit. 

Wenn der Landesbetrieb keine Behelfsbrücke neben der Lippebrücke bauen muss, könne er die Zeit für Abriss und Neubau auf etwa ein Jahr beschränken. Beim Bau einer Behelfsbrücke werde die Bauzeit etwa 18 Monate betragen. "Auch dabei könnte es zu Sperrungen kommen, wenn die Baustelle beschickt wird", so Kaminski.

Der LKW-Verkehr nach Werne soll unbedingt über die Autobahn zur Ausfahrt Werne-Nord umgeleitet werden. Vor einer endgültigen Entscheidung will der Landesbetrieb noch mit der Feuerwehr und der Polizei sprechen.

Große Probleme bei der Umleitung

Links und rechts des Übergangs gibt es keine nahe gelegenen Umleitungsmöglichkeiten. Um von Bergkamen nach Werne zu gelangen, bleibt nur der Weg über die A1, über Lünen oder über die Lippebrücke zwischen Hamm-Sandbochum und Werne-Stockum, die für größere Verkehrsmengen zu schmal ist.

Besondere Probleme würde ein solcher Umweg für Feuerwehr und Rettungsdienst machen, die über die Lippe hinweg im Einsatz sind.

Der Rettungsdienst, die Feuerwehr und die Busse der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) könnten dann möglicherweise über die benachbarte Fahrradbrücke umgeleitet werden, die früher Teil der Klöcknerbahn war. Eigentümer ist der Regionalverband Ruhr (RVR). "Wir wollen mit dem Eigentümer über die Möglichkeit sprechen, das Bauwerk zu nutzen", so Joachim Kaminski.

Städte wehren sich gegen die Pläne

Die Städte Bergkamen und Werne sind gegen die Pläne, die Brücke ohne Behelfsbrücke zu erneuern. "Wir haben auf der Überquerung eine so starke Verkehrsbelastung, dass eine Umleitung nicht sinnvoll ist", sagt der Bergkamener Planungsamtsleiter Thomas Reichling.

Er weist neben Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, die flussübergreifend zusammenarbeiten, auch auf die Schülerverkehre und auf die Berufspendler hin, die den Übergang Tag für Tag nutzen.

Zahlreiche Bürger aus beiden Städten arbeiten bei Betrieben in der Nachbarstadt und viele allem aus Rünthe besuchen weiterführende Schulen in Werne. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass eine Vollsperrung nicht funktioniert", so Thomas Reichling.

So könnten die möglichen Umleitungen ohne Ersatzbücke verlaufen:

   

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