Abschied nach 25 Jahren: Hedwig Klein (59) leitet zum letzten Mal die Sternsingeraktion

rnWerner Sternsinger

Ein Vierteljahrhundert kümmerte sich Hedwig Klein um die Sternsinger von Maria Frieden. Nach diesem Jahr ist für sie Schluss – dabei hätte sie unter anderen Umständen gerne weitergemacht.

Werne

, 19.12.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Lächeln im Gesicht verteilt Hedwig Klein ihre selbst genähten Kleider an die zukünftigen Könige der Kirche Maria Frieden. Es ist das letzte Mal, dass die 59-Jährige Kinder auf die Sternsingeraktion vorbereitet.

Sie genießt es, den Kindern zu erklären, warum sie im Januar als Könige verkleidet durch Werne laufen. Doch auch ein Hauch von Melancholie schwingt mit, wenn Klein in die Augen der Kinder schaut. Sie weiß, dass sie ihre Aufgabe nach 25 Jahren abgibt.

Zwei Monate im Zeichen der Sternsinger – Urlaub von der Arbeit

„Ich habe viel Herzblut hineingesteckt“, sagt Klein. Ein Vierteljahrhundert hat sie die Sternsingeraktionen geplant, Gruppen eingeteilt, genäht, gebastelt und die Spenden verwaltet.

Die Monate Dezember und Januar standen für Klein im Zeichen der Sternsinger. Um die Ehrenamtliche zu unterstützen, hat ihr Ehemann Adolf (63) sich sogar immer wieder mehrere Wochen Urlaub genommen.

Abschied nach 25 Jahren: Hedwig Klein (59) leitet zum letzten Mal die Sternsingeraktion

Die 45 Kinder der Kirche Maria Frieden durften ihre Kostüme zur Probe schon einmal anziehen. © Mario Bartlewski

„Aber man wird älter und alles wird schwieriger“, sagt Klein. Dass sie sich überhaupt einmal um die Aktion kümmern würde, damit habe sie selbst lange nicht gerechnet.

„Angefangen hat alles, als ich mit meinen eigenen Kindern mitgegangen bin“, erinnert sich Klein. Mit dem Bollerwagen zog die Familie mit den Sternsingern durch die Stadt. In einem Jahr bat Pfarrer Teipel sie schließlich, die Gruppen einzuteilen – von da an ging alles ganz schnell.

Klein rief Spielgruppe ins Leben

Ein Jahr später hörte Pfarrer Teipel auf und fragte Klein, ob sie nicht von dort an die Aktion leiten könne. Die Mutter, die sich damals schon für eine Spielgruppe in der Gemeinde starkmachte und später auch Pfarrbriefe schrieb und Teil des Pfarrgemeinderates wurde, sagte zu – und bereute es nicht.

„Die Kinder haben so einen Spaß und es macht Freude, ihnen zuzuhören, wenn sie von ihren Erlebnissen erzählen“, so Klein. Aber auch das Wissen, Kinder durch das gesammelte Geld glücklich zu machen, bringt sie zum Lächeln.

Eltern loben Kleins Organisations-Talent

Und auch die Eltern sprechen in höchsten Tönen von Klein. „Sie ist total nett und alles ist super organisiert“, sagt Sabrina Grahlmann, die mit ihrem Sohn Timo zur Einteilung der Sternsinger ins Pfarrheim Maria Frieden gekommen ist.

Über eine WhatsApp-Gruppe können sich die Eltern informieren und austauschen. „Und wenn man Fragen hat, werden die immer sofort beantwortet“, sagt Grahlmann.

Abschied nach 25 Jahren: Hedwig Klein (59) leitet zum letzten Mal die Sternsingeraktion

Ein kleiner Spicker steckt hinter dem Stern: Hier können die Sternsinger sich den Liedtext in Erinnerung rufen. © Mario Bartlewski

Durch die Nähe zu den Gemeindemitgliedern fällt es Klein auch so schwer, aufzuhören. Den Gedanken trägt Klein schon länger in sich, doch den Ausschlag habe die Zusammenarbeit mit der Gemeinde gegeben. „Die Kommunikation stimmte einfach nicht mehr“, sagt Klein.

Auf E-Mails sei nicht geantwortet worden, auch in die Suche nach ihrem Nachfolger wäre sie gerne einbezogen worden. „Aber das ist dann halt so“, sagt sie.

Nachfolge für Sternsinger-Aktion noch nicht geklärt

„Wir konnten uns immer gut auf Frau Klein verlassen und es ist dann auch gut, wenn man eines Tages für sich entscheidet, dass man aufhören möchte“, sagt Jürgen Schäfer, Pfarrdechant von St. Christophorus.

Die Nachfolge für die Betreuung der Sternsingeraktion ist noch nicht geklärt. Doch Schäfer ist zuversichtlich. „Wir müssen das jetzt auf andere Füße stellen. Aber das wird gut laufen.“

45 Kinder ziehen am 3. Januar durch die Gemeinde

Doch bevor sich Klein endgültig verabschiedet, kümmert sie sich noch bis zum Januar um die Aktion. Am Donnerstag, 3. Januar, ziehen die 45 Kinder der Gemeinde durch die Stadt, segnen die Häuser und sammeln Spenden.

Alle Spenden gehen an das Kindermissionswerk der Sternsinger in Aachen. Das setzt die Werner Spenden für dort eingetragene Projekte ein, aber auch für ein Projekt des Werner Pfarrers Sagayanathan Savarimuthu.

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