Ärger um Kosten der Werner Innenstadt-Sanierung

Umgestaltung der Fußgängerzone

Zügig, zufriedenstellend, ja fast schon harmonisch verliefen die aufwendigen Arbeiten zur Umgestaltung der Fußgängerzone Mitte 2011. Vier Jahre später folgt massiver Ärger. Und zwar doppelt. Denn die Stadt bemängelt die Abrechnung der Bauarbeiten und verlangt nun mehr Geld als angekündigt von den Anwohnern.

WERNE

, 31.12.2015, 05:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Sommer 2011 bekam die Innenstadt ein neues Gesicht. Die Arbeiten liefen zügig und ohne große Probleme. Jetzt aber gibt’s Ärger um die Abrechnungen.

Im Sommer 2011 bekam die Innenstadt ein neues Gesicht. Die Arbeiten liefen zügig und ohne große Probleme. Jetzt aber gibt’s Ärger um die Abrechnungen.

Ärger 1: Die Stadt ist mit der Abrechnung durch den Generalunternehmer nicht einverstanden, verweigert einen Teil der Bezahlung. Die Firma klagt:

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Ärger 2 schwappte den Eigentümern in der Innenstadt vor gut zwei Wochen ins Haus. Ein Schreiben der Stadt Werne über die Kostenbeteiligung am Kanalbau. Denn die dort aufgeführten Beiträge lagen „zum Teil drei oder vier Mal höher, als zuvor angegeben“, sagt Rechtsanwalt Mathias Reimann auf Anfrage. Der 56-Jährige vertritt sieben Anwohner, die sich gegen die Forderungen wehren. Besonderes Ärgernis laut Reimann: Es stand nur eine Woche Zeit für die Antwort zur Verfügung.

Unterlagen der Stadt seien unvollständig und kaum nachvollziehbar

Seine Mandanten hätten übereinstimmend berichtet: In einer Infoveranstaltung vor Baubeginn im Sommer 2011 sei von Anliegerkosten für die Kanalarbeiten von rund 1500 Euro pro Haus die Rede gewesen. Nun lägen die Forderungen zumeist bei 2500 oder 4000 Euro, in einem Fall sogar bei 10.000 Euro. Wohlgemerkt, nur für die paar Meter Rohr vom Hauptkanal in der Straße bis zur Grundstücksgrenze.

Kritikpunkte sind: Die von der Stadt verschickten Unterlagen seien unvollständig und kaum nachvollziehbar. Manches, so ein Betroffener, der nicht genannt werden möchte, sei einfach nicht korrekt: „Bei mir wurden mehr als 15 Kubikmeter Ausschachtung per Hand berechnet. Das kann gar nicht stimmen, da waren auch Bagger im Einsatz, was viel billiger ist.“ Ein Experte habe ihm das bestätigt.

Stadt will Proteste der Eigentümer berücksichtigen

Anwalt Reimann hat im Namen seiner Mandanten entsprechende Schreiben an die Stadt geschickt. Die hat bereits reagiert. Frank Adamietz vom Kommunalbetrieb: „Einige Informationen seitens der Eigentümer haben wir berücksichtigt und lassen sie in die Bescheide einfließen, die in der 53. Kalenderwoche verschickt werden sollen.“ Zudem, heißt es in dem Schreiben, sei die Festsetzung aufgrund des schwelenden Rechtsstreites mit der Baufirma „zunächst vorläufig.“  

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