Ärgernis: Immer wieder Motorradfahrer auf Radweg

Im Beckingshof

Eigentlich wohnt Alfons Fleige ganz idyllisch im Beckingshof in Werne an einem Wendehammer. Würden da nicht direkt vor seiner Haustür drei Radwege aufeinander treffen. Für die Radfahrer sei das unübersichtlich und gefährlich, meint der Anwohner - hinzu kommt, dass der Radweg auch von Motorradfahrern missbraucht werde.

WERNE

, 28.04.2017, 07:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ärgernis: Immer wieder Motorradfahrer auf Radweg

Alfons Fleige möchte seitlich seiner Garage eine Umfahrsperre.

Erst Mitte April musste Alfons Fleige beobachten, wie eine Radfahrerin gestürzt war. Zu abrupt treffen die Verkehrsteilnehmer aufeinander. „Wenn alle Rücksicht nehmen würden, kein Problem“, sagt er. Aber erschwerend hinzukomme, dass der Weg auch rechtswidrig von Motorrad- und Rollerfahrern genutzt werde. „Nirgendwo steht ein Schild, dass das verboten ist.“ Er habe es schon erlebt, dass vom Wiehagen aus Autofahrer in den Radweg reingefahren seien. „Die sind dann aber an der 90-Grad-Kurve gescheitert und mussten wieder rückwärts rausfahren.“

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Gefährliche Radweg-Kreuzung in Werne

Eigentlich wohnt Alfons Fleige ganz idyllisch im Becklohhof in Werne an einem Wendehammer, würden da nicht direkt vor seiner Haustür drei Radwege aus den Wohngebieten Holtkamp, Wiehagen und Ostring aufeinandertreffen.Gefährlich für Radfahrer und ein Ärgernis für den Anwohner. Wir zeigen die Kreuzung der Radwege,
27.04.2017
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Für die Radfahrer ließ die Stadt den Geh- und Radweg absenken. Leider wird dieser Bereich meist von Autofahrern zugeparkt.© Foto Alfons Fleige
Da hier eine zweite Umfahrsperre fehlt, nutzen auch Mofafahrer den Radweg.© Foto Helga Felgenträger
Für die Radfahrer senkte die Stadt den Gehweg am Wendehammer Beckingshof ab.© Foto Helga Felgenträger
Recht unübersichtlich ist der Radweg an der Einmündung zum Beckingshof.© Foto Helga Felgenträger
Alfons Fleige möchte seitlich seiner Garage eine Umfahrsperre.© Foto Helga Felgenträger
Recht unübersichtlich ist der Radweg an der Einmündung zum Beckingshof.© Foto Helga Felgenträger
Seine Frau Marianne Fleige zeigt, wie dicht Rad- und Rollerfahrer an die Gargagenausfahrt herankommen, anstatt die Gehweg-Absenkung etwas weiter entfernt zu benutzen.© Foto Helga Felgenträger
An der Einmündung des Radwegs zur Straße Wiehagen regt Alfons Fleige die Aufstellung eines Rad- und Gehwegschildes an.© Foto Helga Felgenträger
Recht unübersichtlich ist der Radweg an der Einmündung zum Beckingshof.© Foto Alfons Fleige
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Bei der Stadt Werne hat er sich schon 2008 deswegen um ein Verkehrsschild wie an der Repkestraße bemüht. Hier steht an einer Einmündung ein „Durchfahrt-Verboten-Schild/Radfahrer und Fußgänger erlaubt". Aber auf sein Schreiben hin hatte die Verwaltung geantwortet: „Die Anlage wie auch die Pflasterung des Weges ist jeweils so gestaltet, dass eindeutig zu erkennen ist, dass es sich bei diesem Verbindungsweg um die Weiterführung der jeweiligen Gehsteige handelt.“

Veränderungen beim Radweg vorgenommen

Dennoch hatte die Stadt Veränderungen in der Ausstattung des Rad- und Fußweges vorgenommen. Damit die Radfahrer den Weg bequemer nutzen können, so habe es nach seiner Aussage der ADFC gefordert, wurde eine Umlaufsperre abgebaut, wie Fleige feststellt. „So können jetzt auch Rollerfahrer bequemer hier durchfahren“, kritisiert er.

Wenn Fleige mit seinem Wagen aus der Garage fährt, kommt ihm oft ein Radfahrer in die Quere. „Sie kürzen den Weg ab und fahren statt über die eingerichtete Radwegabsenkung direkt auf den Gehsteig an meiner Garage“, erläutert Fleige. Auf seine Bitte um mehr Rücksichtnahme hatte man ihm schon Schläge angedroht, wie er berichtet.

Im vergangenen Jahr hatte Fleige seine Bitte nach einem Verkehrsschild und einer Umfahrsperre seitlich seiner Garage bei der Stadt wiederholt. Man wolle sich kümmern, lautete die Aussage der Stadt.

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Über die Problematik, die uns Alfons Fleige geschildert hat, haben wir mit Gisbert Bensch, Tiefbauamtsleiter der Stadt Werne, gesprochen.Ist Ihnen das Anliegen des Anwohners am Beckingshof bekannt? Ja, diese Verkehrssituation haben wir auch an anderen Stellen in Werne. Allgemein lässt sich sagen, dass hier unterschiedliche Interessensgruppen aufeinandertreffen.Welche unterschiedlichen Interessensgruppen sind gemeint? Im Sinne der gewünschten Barrierefreiheit legen wir die Verkehrswege so an, dass sie auch von Rollstuhlfahrern und Eltern mit Zwillingswagen bequem genutzt werden können. Daher müssen die Umfahrsperren beispielsweise auch einen Abstand von 1,30 Meter haben.

Gleichwohl werden die Bordsteine abgesenkt. Diese Barrierefreiheit nutzen wiederum andere Verkehrsteilnehmer schamlos aus und so fahren beispielsweise Mofafahrer auf den Gehwegen entlang. Der Behindertenverein hat uns schon angesprochen, warum die Radfahrer auf den Gehwegen fahren. Genau deswegen, weil sie bequem zu erreichen sind.

Würde hier nicht ein entsprechendes Verkehrsschild für Abhilfe sorgen? Das beste Schild nutzt nichts, wenn sich niemand dran hält. Wir werden aber im Fall Beckingshof rausfahren und uns die Stelle vor Ort noch mal anschauen

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