Akuter "Blutmangel"

WERNE Es ist fünf vor Zwölf. Die Bereitschaft zum Blutspenden geht immer weiter nach unten. Allein in Werne sind dem DRK-Blutspendedienst (Hagen) in den letzten beiden Jahren 470 Spender verloren gegangen.

von Von Helga Felgenträger

, 12.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Akuter "Blutmangel"

Albert Beyer, Heidi Deppe und Bürgermeister Rainer Tappe (von links) appellieren an die Werner Bürger und vor allem an junge Leute, Blut zu spenden und damit Leben zu retten.

Erschreckende Zahlen tischte DRK-Referentin Heidi Deppe gestern beim Pressegespräch mit DRK-Ortsleiter Albert Beyer und Bürgermeister Rainer Tappe in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes auf.

"Wenn es so weiter geht, haben wir in NRW in acht Jahren 30000 Spender und damit 70000 Spenden, jeder Spender kommt 2,3 mal, im Jahr zu wenig", appelliert Deppe an die Bevölkerung und vor allem an die jungen Leute. "Für uns ist jeder Erstspender kostbar", sagt sie. Stellt allerdings auch mit Bedauern fest: "Viele Erstspender kommen nur einmal, lassen sich einen Unfallhilfepass ausstellen und werden dann nie wieder gesehen", so Deppe.

Extremer Engpass

"Wir müssen etwas tun", initiierte der Blutspendedienst mit der Stadt Werne eine Werbekampagne und stellte im Stadtgebiet sechs riesengroße Plakate an markanten Stellen auf. Bereits seit zwei Jahren lädt auch die Stadtverwaltung ihre Mitarbeiter zum Blutspenden im eigenen Haus auf. "Durch den positiven Gruppenzwang ist hier die Beteiligung recht groß", so zählte die Verwaltung beim ersten Mal 2006 insgesamt 56 und 2007 47 Spender. Auch hier leider wieder rückläufig. "Sondertermine sind wichtig für uns", weiß auch Albert Beyer und bietet beispielsweise zu Ostern und vor Silvester zusätzliche Aktionen an.

Extremen Engpass verzeichnete das Rote Kreuz, das den Bedarf der Kliniken zu 80 Prozent deckt, nach den Herbstferien. 3000 Konserven benötigen die Kliniken am Tag und geliefert werden konnten nur 1850. "Die Reserven sind aufgebraucht", so Deppe.

"500 ml reichen aus, um drei Patienten helfen zu können", informierte sie.

Ständige Kontrolle

Außerdem untersteht der Blutspender einer ständigen Laborkontrolle auf ansteckende Krankheiten. Besonders interessant ist es für junge Menschen, die ihre Blutgruppe noch nicht kennen.

Spendetermine sind am Freitag, 16. November von 15 bis 19.30 Uhr, Konrad-Adenauer-Realschule, Bahnhostr. 1

Stockum:

Montag, 19. November und Montag, 26. November von 15 bis 20 Uhr, Panhoff-Stiftung, Wernerstr. 87

Dienstag, 30. Dezember, 15 bis 20 Uhr, DRK-Heim.

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