„Alle gemeinsam, keiner einsam“: Helfer stellen Corona-Lieferdienst ein

rnCorona-Krise in Werne

Von Mitte März bis Mitte Mai haben bis zu 54 Helfer dringende Einkäufe für Menschen der Risikogruppen in der Corona-Krise in Werne erledigt. Nun stellt die Gruppe den Service ein - vorerst.

Werne

, 22.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gruppe „Alle gemeinsam, keiner einsam“ hatte in der Corona-Krise für Risikopatienten und ältere Menschen eingekauft und ihnen die Waren nach Hause geliefert. Ende letzter Woche hat die Gruppe ihren Lieferdienst eingestellt - vorerst.

154 Bestellungen sind bei der Gruppe eingegangen, seitdem die Gruppe Mitte März mit ihrem Lieferdienst gestartet war. Doch der Bedarf sei mit der Wiedereröffnung der Geschäfte und der Einführung der Sicherheits- und Hygienebestimmungen im öffentlichen Raum mit der Zeit immer weniger geworden. „Wir haben mit den Leuten gesprochen, die gesagt haben, dass sie es wieder selber versuchen wollen“, sagt Martin Pausch von der Gruppe „Alle gemeinsam, keiner einsam“.

Am Ende war die Gruppe fast täglich im Einsatz

Über Wochen hatte die Gruppe gemeinsam mit Supermärkten wie Rewe Symalla Bestellungen organisiert, die die Gruppe dann ausliefern konnte. Per Telefon oder per Mail konnten Hilfebedürftige ihre Bestellungen bis donnerstags um 16 Uhr aufgeben. Martin Pausch saß dann oft bis 23 Uhr abends am PC, um die Routen für die Helfer zu organisieren. Ausgeliefert wurde dann am darauffolgenden Freitag und Samstag. Aber auch dringende Bestellungen, etwa von Hygieneartikeln, wurden außerhalb der Reihe realisiert. Am Ende, so Pausch, sei die Gruppe fast täglich unterwegs gewesen.

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Unter den Menschen, die den Lieferservice der Gruppe in Anspruch genommen hatte, waren laut Pausch etwa Personen, die eine frische OP hinter sich hatten, ältere Menschen, aber auch zwei corona-positive Personen. Die Helfer riefen die Kunden vor ihrem Eintreffen an, über einen Umschlag an der jeweiligen Haustür wurde Bar- und Wechselgeld kontaktlos ausgetauscht. Das immer mit Mundschutz, Handschuhen und Desinfektionsmittel, so Pausch.

Das Team der Helfer wuchs schnell: Startete die Gruppe noch mit 18 Mitgliedern von „Alle gemeinsam, keiner einsam“, waren es zu Hochzeiten 54 Helfer - viele davon Einzelpersonen, andere aus Vereinen wie dem ADFC, die die Bestellungen dann per Rad auslieferten oder der Jugendabteilung der Lippe Baskets.

Es wollten viel mehr Menschen helfen, als nötig war

Einige Helfer mussten leider enttäuscht weggeschickt werden, so Pausch. „Stellenweise hatten wir zu wenige Bestellungen, um alle auf den Weg zu schicken. So groß war die Hilfsbereitschaft“, sagt Martin Pausch. Um alle Helfer, sobald dies möglich ist, einmal persönlich kennenzulernen, will die Gruppe gemeinsam mit Bürgermeister Lothar Christ die Helfer zu einem Treffen einladen.

„Es ist eigentlich schade, dass man es machen muss. Aber wir haben es gerne gemacht. Wir hoffen, dass wir es nicht nochmal machen müssen, aber würden es nochmal machen“, so Pausch. Aus diesem Grund halten die Helfer an der gemeinsamen WhatApp-Gruppe zur Verteilung der Bestellungen fest, sollte es zu einer zweiten Coronawelle und einem erneuten Shutdown kommen.

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