Altes Jugendzentrum in Werne bleibt Notunterkunft

Niedrige Flüchtlingszahlen

Im früheren Internatsgebäude am Christopherus-Gymnasium werden künftig keine Flüchtlinge mehr wohnen. Das Gymnasium hat den Mietvertrag gekündigt. Das ehemalige Jugendzentrum Rapunzel soll deswegen eine Reserve-Unterkunft bleiben. Die Pläne für Wohnraum auf diesem Gelände sind damit aber nicht vom Tisch.

WERNE

, 04.10.2017, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Altes Jugendzentrum in Werne bleibt Notunterkunft

Erst Steintorschule, dann Jugendzentrum: Eigentlich ist der Plan, das Gebäude an der Lünener Straße abzureißen. Weil das Internatsgebäude am Christophorus-Gymnasium aber bald nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, will die Stadt das alte „Rapunzel“ vorerst als Reserve-Unterkunft stehen lassen.

Seit vielen Jahren steht das frühere Internatsgebäude am Christophorus-Gymnasium der Stadt als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Aktuell leben dort 16 Personen – zehn Asylbewerber und sechs Wohnungslose. Nun hat die Schule den Mietvertrag zum 31. Dezember 2017 gekündigt. „Das Gymnasium sieht eine Eigennutzung vor“, sagte Kordula Mertens vom Ordnungsamt im jüngsten Sozialausschuss.

350 Flüchtlinge leben aktuell in Werne, 300 von ihnen in den Unterkünften der Stadt, wie Sozialdezernent Frank Gründken am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. „Einige konnten wir bereits auf dem Wohnungsmarkt unterbringen“, so Gründken.

Stadt will bei erneuten Zuweisungen reagieren können

Wenn das Internatsgebäude ab 2018 als Flüchtlingsunterkunft wegfällt, „bleiben uns insgesamt 426 Plätze“. Gerechnet auf die 300 in den Unterkünften untergebrachten Flüchtlinge gibt es ab Januar in Werne also noch 126 freie Plätze. So weit, so gut, die Situation ist entspannt.

Und trotzdem müsse man im Falle erneuter Zuweisungen reagieren können, sagt Gründken. Vor dem Hintergrund der Vertragskündigung steht deshalb die Frage im Raum, ob man das ehemalige Jugendzentrum Rapunzel (früher Steintorschule) als Reserve-Unterkunft bereithält.

„Das ehemalige Jugendzentrum ist unsere schlechteste Unterkunft"

Eigentlich ist der Plan, auf dem Gelände an der Lünener Straße Wohnraum für Familien zu errichten und das ehemalige Schulgebäude dafür abzureißen. „Dieser Plan ist auch nicht vom Tisch“, so Gründken. Zum jetzigen Zeitpunkt aber wolle man auf die dort vorhandenen 75 Plätze nicht verzichten – auch wenn die Stadt nur im äußersten Notfall auf sie zurückgreifen will. „Das ehemalige Jugendzentrum ist unsere schlechteste Unterkunft, das muss man ganz klar so sehen“, sagt Gründken.

Die Zahl der Unterkünfte insgesamt hat sich von 30 auf mittlerweile 21 reduziert. „Wir haben auch viele kleine Gebäude angemietet“, so der Sozialdezernent. Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen funktioniere im allgemeinen sehr gut, lautete das Resümee im Sozialausschuss.

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