Altglas-Container kommen vor allem nach den Feiertagen an ihre Kapazitätsgrenze

rnAltglas-Entsorgung

Altglas landet in Werne manchmal nicht im, sondern neben oder auf dem Container. Das liegt daran, dass die Behälter im Januar stets voller sind als sonst. Oder an der Faulheit der Bürger.

Werne

, 10.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielerorts laufen die Altpapier- und Altglas-Container nach den Feiertagen über. Städte wie Dortmund reagieren mit zusätzlichen Entleerungsfahrten. Auch im Kreis Unna ist das Problem bekannt. „Wir kennen das schon aus den Vorjahren. An Silvester fällt eben generell viel Altglas an“, sagt Andreas Hellmich, Pressesprecher des zuständigen Betreibers GWA (Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft).

Darüber hinaus würden die Feiertage an Weihnachten und Silvester für proppevolle Container sorgen. Deshalb könne sich der Leerungsrhythmus verschieben oder Termine teilweise ausfallen. „Da kommt die Logistik ein Stück weit an ihre Grenzen“, räumt Hellmich ein.

„Die Leute sind zu faul“

Er appelliert an die Bürger, das Altglas - wenn möglich - einige Tage später zu entsorgen. Das Wichtigste sei aber, dass das Glas im und nicht neben den Containern landet. Dass das wiederverwertbare Material nicht vernünftig entsorgt wird, ist in Werne das größte Problem. „Hier sieht man immer mal wieder, dass Glas neben oder auf dem Container steht - manchmal sogar noch in Pappkartons. Das Problem ist nicht, dass die Container überall voll sind, sondern dass die Leute zu faul sind“, erklärt Michele Bachara von der Stadt Werne.

Im Januar fällt auch in Werne grundsätzlich mehr Altglas und Verpackungsmaterial aufgrund der Feiertage an, wie Gregor Schwenken, Prokurist bei der Firma Remondis, erklärt. Der Entsorgungsspezialist Remondis entleert im Auftrag der GWA die hiesigen Container. In Zahlen ausgedrückt: Durchschnittlich 673 Tonnen Altglas landeten im vergangenen Jahr monatlich in den Recycling-Containern im Kreis Unna. Im Januar 2018 waren es 827 Tonnen. Das entspricht einem Plus von 19 Prozent. Gesonderte Zahlen für Werne gibt es nicht. Doch der Trend ist auch in der Lippestadt zu erkennen, so Schwenken.

Viel Papier und Verpackungen für Geschenke

Auch für diesen Januar ist wie in den Jahren zuvor mit einer höheren Menge an Altglas in der Lippestadt zu rechnen. Durch Geschenkpapier und Verpackungsmaterial zu Weihnachten sind auch die Papiertonne und die Gelbe Tonne in Werne im Januar prall gefüllt. „Unsere Mitarbeiter haben von der Tour am Mittwoch, 9. Januar, berichtet, dass sie sehr viele Tonnen mit geöffnetem Deckel gesehen haben“, erzählt Schwenken.

Das wird sich in der Statistik wie schon im vergangenen Jahr widerspiegeln. 2018 fielen in Werne durchschnittlich 174 Tonnen Papier im Monat an, im Januar waren es 187 Tonnen. Die Gelbe Tonne erfasste im vergangenen Jahr durchschnittlich im Monat 125 Tonnen und im Januar 135 Tonnen.

Wertstoffhof nimmt Altglas kostenlos an

Während andere Städte wie etwa Dortmund zurzeit zusätzliche Entleerungstermine einrichten, um das Gros an Altglas nach den Feiertagen abzuholen, ist dies für Werne nicht notwendig. Bei der ersten Abfuhr, die am Donnerstag, 10. Januar, erfolgt, sei aber ein zusätzliches Fahrzeug im Einsatz, so Schwenken. Insgesamt gibt es 75 Altglas-Container an 30 Standorten in Werne. Diese werden je nach Bedarf wöchentlich oder im Zwei-Wochen-Rhythmus geleert.

Altglas sollte natürlich nur im und nicht neben dem Container landen. „Wenn ein Container gefüllt ist, nimmt aber kein Bürger das Altglas wieder mit nach Hause. Leider suchen sich nur wenige einen alternativen Container“, erzählt Gregor Schwenken von Remondis. Altglas können die Bürger aber auch kostenlos an den Wertstoffhöfen im Kreis abgeben.

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