Amazon: Entscheidung fällt in den nächsten Wochen

Nach erneutem Streik

Trillerpfeifen vor dem Amazon-Logistik-Zentrum: Rund 200 Mitarbeiter des Online-Versandhändlers kämpften wieder darum, endlich Aussagen zu ihrer Zukunft und der Jobsicherheit zu bekommen. Die Betriebsratsvorsitzende sagt: "Kuschelkurs geht nicht mehr!" Der Konzern stellt eine Entscheidung binnen der nächsten Wochen in Aussicht.

Werne

, 19.05.2015, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit Montagmorgen und bis Dienstagabend (18./19. Mai) haben einige der Mitarbeiter des Logistikzentrums von Amazon in Werne gestreikt. Zuletzt gab es Ende März einen längeren Arbeitsausstand - da war sogar Verdi-Chef Frank Bsirske zur Kundgebung in Werne zu Gast.

Der aktuelle Anlass für den Streik ist ein Gesellschaftswechsel innerhalb des Amazon-Konzerns. Die Mitarbeiter arbeiten jetzt offiziell für eine andere Gesellschaft, die Kostenstelle habe sich geändert, erklärt Betriebsratsvorsitzende Sevgi Demirbas: "So etwas macht man nicht, wenn man mit der Situation zufrieden ist", sagt sie. Auf einem A4-Zettel habe die Firma die Mitarbeiter kurz und knapp informiert.

Dazu sagt die Konzern-Sprecherin Anette Nachbar: "Die Amazon Logistik Werne GmbH war und ist unverändert Arbeitgeber aller Amazon-Mitarbeiter am Standort Werne."

Befristet nur bis Sommer 2016

"Dadurch ist unsere Unsicherheit deutlich größer geworden", sagt Demirbas. Der Betriebsrat wünscht sich seit langem eine Aussage zur Zukunft des Standorts. Amazon hat sich in Werne befristet bis zum Sommer 2016 niedergelassen. Bis zum Sommer dieses Jahres will der Konzern erklären, ob er seinen Mietvertrag um weitere fünf Jahre verlängern will oder ob er ihn auslaufen lässt.

Ansonsten wünscht sich Demirbas Alternativen vonseiten des Konzerns. Sie verspricht: "Wir werden definitiv nicht nachlassen." Wenn sich die Geschäftsführung nicht auf die Mitarbeiter zubewegt, will man auch über längere Zeiträume streiken: "Wir sind es leid. Auf Kuschelkurs geht hier nichts mehr."

Anette Nachbar teilt indes mit, dass der Konzern sich aktiv mit der Zukunft des Standorts befasst: "Wir prüfen verschiedene Optionen. In den nächsten Wochen soll eine Entscheidung fallen."

So klingt es, wenn die Amazon-Mitarbeiter streiken:

 

 

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Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 19. Mai 2015 um 8:19 Uhr

 

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