Amazon stellt neue Regeln zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden auf

rnWirtschaft in Werne

Der Onlineversandhändler Amazon hat in der Corona-Krise nicht nur seine Nachfrage, sondern auch seine Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Das zeigt sich auch im Werner Logistikzentrum.

Werne

, 31.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Online-Handel boomt in Zeiten der Corona-Krise. Auch Marktführer Amazon mit einem Logistikzentrum in Werne verzeichnet eine steigende Nachfrage. In Werne, von wo aus vor allem größere Artikel versendet werden, sind gerade die Bestellungen von Babywindeln, Tierfutter und Kinderspielzeug in die Höhe geschnellt.

Die insgesamt veränderte Auftragslage sorgt dafür, dass sich die Kunden aktuell auf längere Lieferzeiten einstellen müssen. Denn Amazon liefert derzeit nicht chronologisch nach Eingang der Bestellung, sondern nach Dringlichkeit.

Versand von Waren nach Dringlichkeit sortiert

„Wir arbeiten daran, dass wir auch weiterhin die am stärksten betroffenen Kunden, die keine andere Möglichkeit haben, an ihre dringend benötigten Artikel zu kommen, beliefern können. Aus diesem Grund priorisieren wir den Eingang und Versand von Waren, die Kunden aktuell am dringendsten brauchen“, erklärt Pressesprecher Michael Schneider.

Dabei handelt es sich vor allem um Artikel für den täglichen Bedarf, medizinische Verbrauchsgüter oder Körperpflegeprodukte, die auf der Prioritätenliste für den Versand ganz oben stehen.

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Bei Amazon in Werne gelten in der Corona-Krise strikte Hygieneregeln

Einbahnstraßenregelung, Sicherheitsabstand und viele Desinfektionsmittel-Spender: Im Logistikzentrum von Amazon in Werne herrschen aktuell strikte Hygieneregeln zum Schutz der Mitarbeiter in Zeiten der Corona-Krise.
15.04.2020
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Amazon in der Corona-Krise: Gleich am Eingang wird klar, welche strikten Hygienemaßnahmen im Werner Amazon-Werk herrschen.© Andrea Wellerdiek
Schwarzgelbe Markierungen auf den Böden weisen auf den Sicherheitsabstand hin. Dieser gilt auch auf den Fußwegen von den Parkplätzen zum Eingang des Logistikzentrums.© Andrea Wellerdiek
Immer auf Abstand: Die Amazon-Mitarbeiter sitzen in der Pause immer mit gewissem Sicherheitsabstand zueinander.© Andrea Wellerdiek
Blick in die Kantine: Auch hier wurden Tische und Stühle bewusst auseinander gestellt, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.© Andrea Wellerdiek
Der entzerrte Bereich der Kantine. Die meisten Mitarbeiter halten sich an den vorgesehenen Sicherheitsabstand von zwei Metern.© Amazon
Pro Schicht sind zehn Mitarbeiter extra dafür abgestellt, die Sicherheitsabstände zwischen den Mitarbeitern zu kontrollieren.© Andrea Wellerdiek
Zwischen den Lagern sind auch die schwarzgelben Markierungen zum Sicherheitsabstand zu sehen.© Amazon
Im Amazon-Logistikzentrum in Werne gilt die Einbahnstraßenregelung. Das führt zu längeren Fußwegen. Deshalb wurden die Pausen verlängert.© Amazon
Für jeden Mitarbeiter stehen Atemschutzmasken zur Verfügung. Jeder Einzelne darf entscheiden, ob er die Maske tragen möchte oder nicht. Etwa 30 bis 40 Prozent der Belegschaft trägt die Atemschutzmasken freiwillig, erzählt Ivan Saric, Geschäftsführer des Werner Logistikzentrums.© Amazon
Desinfektionsmittel-Spender gibt es etwa im Abstand von 50 Metern im Werner Amazon-Werk.© Amazon
Nur noch Artikel bis maximal 15 Kilogramm werden aus dem Werner Logistikzentrum versendet. Artikel, die schwerer sind, müssten zu Zweit getragen werden. Und da kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden.© Amazon
Der Bereich an den Schließfächern für Mitarbeiter wurden in der Corona-Krise entzerrt. Außerdem sollen die Mitarbeiter ihre Taschen und Jacken möglichst im Auto lassen.© Jörg Heckenkamp

Neue Regeln bei Warenauslieferung

Bei der Auslieferung der Ware gelten nun strenge Regeln, um den Sicherheitsabstand zwischen Fahrer und Kunden zu gewährleisten. Das heißt, dass der Mitarbeiter das Paket vor die Haustür legt, statt es dem Kunden in die Hand zu geben. Der Kunde kann das Paket auch an einem sicheren Ort ablegen lassen, wenn man die Tür nicht öffnen kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person Handelsgüter kontaminiert, sei gering. Das Risiko, sich mit dem Virus an einer Verpackung oder einem Paket anzustecken sei ebenfalls gering, heißt es seitens Amazon.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei Amazon in Werne

Um für die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter zu sorgen, hat Amazon die Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften in den Werken verschärft. Seit Wochen habe man die Reinigung aller Standorte - darunter auch das Logistikzentrum in Werne - verstärkt.

Dazu gehören laut Schneider die regelmäßige Desinfektion aller Türgriffe, Treppengeländer, Aufzugstasten und Schließfächer. Jeder Mitarbeiter sei angewiesen, seinen Arbeitsplatz zu Beginn und am Ende jeder Schicht mit Desinfektionsmittel oder Reinigungstüchern zu säubern.

Die Mitarbeiter sind angehalten, sich regelmäßig mindestens 20 Sekunden lang die Hände mit Seife und Wasser zu waschen.

Die Mitarbeiter sind angehalten, sich regelmäßig mindestens 20 Sekunden lang die Hände mit Seife und Wasser zu waschen. © Jörg Heckenkamp (A)

Darüber hinaus soll jeder Mitarbeiter seine Hände häufig mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen - insbesondere nach dem Gang zur Toilette, vor dem Essen und nach dem Nase putzen oder Niesen, heißt es weiter.

Keine Teammeetings und getrennte Pausen

Um den nötigen Sicherheitsabstand zwischen den Mitarbeitern zu wahren, wird der Kontakt untereinander minimiert. Es finden keine Teammeetings während der Schichten statt. Alle wichtigen Informationen gibt es auf Bildschirmen, Handzetteln und durch direkte Gespräche mit Vorgesetzten.

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Die Pausen finden versetzt statt, damit weniger Mitarbeiter sich an einem Ort sammeln. In Pausenräumen wurden laut Schneider Stühle herausgenommen und die Tische auseinander geschoben, um Abstand zu schaffen.

Keine Ausgangskontrollen und Handys in Produktion erlaubt

Während strenge Sicherheits- und Hygienestandards gelten, wurden an anderen Stellen gewisse Regeln gelockert, um die Abläufe zu vereinfachen. Es finden beispielsweise keine Ausgangskontrollen mehr statt, um den Bewegungsfluss an den Ausgängen zu gewährleisten. Mitarbeiter dürfen vorübergehend ihre Handys mit in die Produktionsräume nehmen, um im Notfall erreichbar zu sein.

Die Mitarbeiter sind dazu angehalten, ihre Jacken und Taschen wenn möglich im Auto zu lassen, um die Spindräume zu entlasten.

Die Mitarbeiter von Amazon sollen möglichst ihre Jacken und Taschen im Auto lassen, um die Spindräume zu entlasten. Hier sind Schließfächer der Mitarbeiter zu sehen.

Die Mitarbeiter von Amazon sollen möglichst ihre Jacken und Taschen im Auto lassen, um die Spindräume zu entlasten. Hier sind Schließfächer der Mitarbeiter zu sehen. © Jörg Heckenkamp

Alle Maßnahmen, um sich vor Infektionen durch das Coronavirus zu schützen, seien zwischen den Verantwortlichen am Standort Werne und dem Betriebsrat besprochen, heißt es weiter.

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