Amazon in Werne sucht 1400 Mitarbeiter auf Zeit

Weihnachtsgeschäft

Der Online-Versandriese Amazon rüstet sich für das Weihnachtsgeschäft: Das Unternehmen plant, die Zahl seiner Mitarbeiter in Werne mehr als zu verdoppeln: Zu den derzeit 1100 Beschäftigten will es weitere 1400 einstellen – zumindest bis Ende dieses Jahres. Was das Jobcenter begrüßt, sieht der Betriebsrat durchaus kritisch.

WERNE

, 02.09.2015, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Amazon in Werne sucht 1400 Mitarbeiter auf Zeit

Betriebsbesichtigung bei Amazon im Wahrbrink in Werne.

Befristete Arbeitsverhältnisse böten keine Planungssicherheit, sagt Betriebsratsvorsitzende Sevgi Demirbas: „Erst recht nicht, wenn sie schon nach drei Monate enden.“

Von der großen Zahl an Saisonarbeitskräften hatte die Sprecherin der 15-köpfigen Mitarbeitervertretung erst von unserer Redaktion erfahren. „Bis jetzt wissen wir nur von 180 bis 190 zusätzlichen Kräften, die in den nächsten beiden Wochen kommen sollen.“

Freude beim Job-Center

Das kann sich wiederum Unternehmenssprecherin Anette Nachbar in München nicht erklären. Die Zahl der Saisonkräfte liege mit 10.000 bundesweit nahezu genauso hoch wie im Vorjahr. Das gelte auch für die beiden Logistikzentren im Wahrbrink. Der Betriebsrat werde immer im Vorfeld informiert. Worauf Nachbar Wert legt: „Die Saisonkräfte verdienen den gleichen Basislohn wie Festangestellte: 10,31 Euro brutto pro Stunde.“

Friedhelm Kock, stellvertretender Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit im Kreis Unna, begrüßt das zusätzliche Job-Angebot. „Selbst eine befristete Arbeit immer noch besser ist als gar keine.“ Die Erfahrung der Vorjahre habe gezeigt, „dass es der eine oder andere immer wieder schafft, auch weiter im Unternehmen zu bleiben. Wir unterstützen das“ – besonders, weil beim Paketepacken im Warenlager auch Ungelernten und Geringqualifizierte zum Zuge kämen.

Seit 2010 ist Amazon in Werne. „Seitdem haben wir 2400 Jobsuchende dahin vermitteln können“, ergänzt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenter des Kreises. Wie viele der derzeit rund 1100 Mitarbeiter einen befristeten Vertrag haben, will Anette Nachbar nicht mitteilen. „Zu viele“, steht für die Gewerkschaft fest. Mehrfach hatte Verdi zum Streik aufgerufen – für mehr dauerhafte Jobs, für einen Tarifvertrag und eine Beschäftigungsgarantie über 2018 hinaus, wenn der Mietvertrag in Werne endet. „Unsere Forderungen sind noch nicht erfüllt“, so Sevgi Demirbas. Deswegen könnten weitere Streiks folgen – vielleicht auch im Weihnachtsgeschäft wie 2014. 

Bis März 2018 bleibt Amazon am Standort im Wahrbrink. Das teilte das Unternehmen im Juni mit. Der Bau eines neuen Standorts „in der Umgebung“ ist geplant, so Amazon-Sprecherin Nachbar. Für eine Aussage, ob es sich dabei um die Fläche Wahrbrink-West handele, sei es noch zu früh.

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