Amazon-Streik in Werne voraussichtlich bis Samstag

Aufruf der Gewerkschaft Verdi

"Ostern steht vor der Tür - wir auch!", so das Motto der streikenden Mitarbeiter von Amazon Werne. Am Gründonnerstag haben sie ihren Warnstreik mit einer kleinen Osteraktion fortgesetzt. Anders als bei der Kundgebung am Dienstag, ging es den Beschäftigten nun in erster Linie um die Standortsicherung.

WERNE

02.04.2015, 12:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
An Gründonnerstag machten die Streikenden von Amazon mit einer kleinen Osteraktion auf dem Werner Marktplatz auf ihre Forderungen aufmerksam: Sie verteilten Infoblätter und Ostereier.

An Gründonnerstag machten die Streikenden von Amazon mit einer kleinen Osteraktion auf dem Werner Marktplatz auf ihre Forderungen aufmerksam: Sie verteilten Infoblätter und Ostereier.

Bis zum Sommer 2016 läuft der Mietvertrag von Amazon Werne. Wie es danach weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. "Unser Geschäftsführer sagt ja nichts", kritisierte am Donnerstag eine Mitarbeiterin von Amazon. Anders als viele ihrer Kollegen hat sie einen unbefristeten Vertrag. Aber gerade für Mitarbeiter mit befristetem Beschäftigungsverhältnis sei es wichtig zu wissen, ob ihr Vertrag überhaupt noch verlängert wird. "Genau das wollen wir wissen. Wir wollen wissen, was mit unseren Arbeitsplätzen passiert."

Wohl erst Dienstag wieder die Arbeit aufnehmen

Seit Montag läuft der Warnstreik bei Amazon. Eigentlich sollte er nur bis Gründonnerstag gehen, nun wurde er auf das Wochenende ausgedehnt. Am Dienstagvormittag zogen rund 600 Menschen durch die Werner Innenstadt zum Kolpinghaus, um sich für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen auszusprechen.

Nicht ganz so viele beteiligten sich an der Osteraktion am Donnerstag auf dem Marktplatz. Wegen des gut besuchten Wochenmarktes wurden die Streikenden aber wenigstens ihre Ostereier los. Für Donnerstag ist außerdem eine weitere Versammlung im Streiklokal am Warbrink und vor dem Amazon-Werkstor angekündigt.

Noch bis einschließlich Samstag soll es mit den Streiks weitergehen – mit einer kleinen Unterbrechung am Karfreitag. Am Dienstag nach Ostern wollen die Streikenden den Arbeitsbetrieb vorerst wieder aufnehmen.

Darum geht es den Streikenden
Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Tariflohn gemäß der Einzelhandelsbranche und bessere Arbeitsbedingungen. Vor allem die zahlreichen befristeten Verträge sind Verdi ein Dorn im Auge. Amazon orientiert sich hingegen an den niedrigeren Löhnen der Logistik-Branche, weil sich der Online-Versandhändler als Logistik-Konzern sieht. Zudem verweist das Unternehmen auf die Notwendigkeit, zu bestimmten Zeiten des Jahres – zum Beispiel Vorweihnachtszeit – auf Saisonkräfte angewiesen zu sein.

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