Arbeiten am Moormannplatz: Spezialfirma verklebt Kanalrohre auf raffinierte Weise

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Den ganzen Tag über standen am Montag drei Baufahrzeuge am Moormannplatz. Das orangefarbene Blinklicht signalisierte: Achtung, hier tut sich was. Tatsächlich tat sich was im Untergrund.

Werne

, 20.01.2020, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Transporter und ein Anhänger einer Spezialfirma standen den gesamten Montag über, 20. Januar, im Bereich der Partnerschaftsuhr. Dort, an der Ecke Moormannplatz/Bonenstraße, erledigten die Techniker einen Auftrag im Untergrund.

Denn die Firma Sanierungstechnik Dommel hatte den Auftrag, die Kanalarbeiten aus dem vergangenen Jahr zu vollenden. „Es geht darum, Hausanschlüsse an den neuen Kanal anzubinden“, sagt Nico Hilsmann (26) von der Fachfirma. Den Kanal hatte die Stadt im vergangenen Jahr im Zuge der Innenstadtsanierung erneuern lassen.

Arbeiten am Moormannplatz: Spezialfirma verklebt Kanalrohre auf raffinierte Weise

Nico Hilsmann deutet auf ein Foto, das das Verfahren zur Kanalverbindung mittels Manschette und Harz-Masse demonstriert. © Jörg Heckenkamp

Zwar waren die Hausanschlüsse seitdem auch schon an den neuen Abwasserkanal angedockt, aber eben eher provisorisch durch eine äußere Manschette. Die Firma Dommel hat nun den Auftrag, eine dauerhafte Verbindung herzustellen. Und das funktioniert raffiniert, ohne die Straße aufreißen zu müssen.

Die Experten gehen quasi ferngesteuert durch das Rohr und „wir schließen den Hausanschluss quasi von innen an den Kanal an“, sagt Hilsmann. Dazu bedarf es einiger Vorarbeiten, wie zum Beispiel einer gründlichen Reinigung sowie der Befahrung mit einen Fräsroboter, der etwaige Ablagerungen beseitigt.

Zwei-Komponenten-Harz wird hinter Manschette gepresst

Sodann wird an der zu verbindenden Stelle ein Hohlraum gefräst, in den später eine Harzmasse eingepresst wird. Die besteht aus einer Zwei-Komponenten-Masse, die langsam austrocknet. Nach dem Fräsen heißt es erneut, den Bereich gründlich zu reinigen. Damit die Harz-Masse bis zum Austrocknen an Ort und Stelle verbleibt, wird eine Manschette an der Verbindungsstelle eingebaut, hinter die die Fachleute dann das Harz pressen. Und dass alles ferngelenkt von oben.

„Wenn das Harz getrocknet ist, nehmen wir die Manschette wieder raus“, sagt Hilsmann. Das dürfte im Laufe des Dienstages, 21. Januar, geschehen. Ist das erledigt, sind auch die Fahrzeuge mit den orangefarbenen Blinkleuchten wieder aus der Fußgängerzone verschwunden.

Arbeiten am Moormannplatz: Spezialfirma verklebt Kanalrohre auf raffinierte Weise

Den ganzen Montag über standen drei Fahrzeuge einer Spezialfirma in der Nähe der Partnerschaftsuhr am Moormannplatz. © Jörg Heckenkamp

Damit ist dieser Abschnitt der Innenstadtsanierung dann erledigt. Er war mit einem Jahr Verspätung im Herbst 2018 gestartet. Seinerzeit verkündeten die Verantwortlichen eine Fertigstellung bis April 2019.

Dass dieser Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, lag an mehreren unvorhersehbaren Ereignissen, wie Adrian Kersting, Leiter des Tiefbauamtes, erklärt: „Es gab einige Unwägbarkeiten, die im Untergrund lauerten, die man so nicht vorher erkennen konnte. Deshalb war es eine recht herausfordernde Baustelle.“ Die Fertigstellung konnte die Verwaltung dann erst im Oktober 2019 vermelden.

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