Auch Werner Schüler verzweifelten an Prinz Harry

Englisch-Abschlussprüfung

Müssen Wernes Real- und Hauptschule im letzten Jahr ihres Bestehens in die Verlängerung? Wenn sich herausstellt, dass die zentrale Abschlussprüfung im Fach Englisch in NRW wiederholt werden muss, wäre das zumindest ein mögliches Szenario. Eine Englischlehrerin der Realschule erklärte uns die Schwierigkeiten.

WERNE

, 22.05.2017, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Werner Schüler verzweifelten an Prinz Harry

Eine Rede von Prinz Harry in Südafrika brachte vielen Schülern Probleme. Sie war Teil einer Aufgabe zum Hörverstehen bei der Englisch-Abschlussprüfung. Foto: dpa

Bereits unmittelbar nach der Prüfung hatten am Donnerstag im gesamten Land Schüler über Schwierigkeiten bei der Prüfung geklagt, die für alle Zehntklässler an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen verpflichtend ist. Eine Online-Petition für eine Neuauflage der Prüfung hatte am Montag bereits mehr als 42.000 Unterstützer zu verzeichnen.

Und auch in Werne sind sich die Lehrer einig: „Die Prüfung stand nicht in Relation zu dem Gelernten“, berichtet die kommissarische Leiterin der Realschule, Rita Weßel, auf unsere Anfrage aus Kollegengesprächen. Ihre Schule bilde keine Ausnahme: „Wir liegen mit dieser Einschätzung – leider – voll im Trend.“ 73 Schüler hätten die Prüfung am Donnerstag geschrieben.

„Habe gedacht: Oh Gott!“

An der Hauptschule das gleiche Bild: „Ich habe meine Schüler bedauert“, so Englischlehrerin Hannelore König im Gespräch mit unserer Redaktion. Wie alle anderen Lehrer auch, hatte sie erst am Donnerstagmorgen den Umschlag mit den Aufgaben öffnen dürfen. „Da habe ich schon gedacht: ,Oh Gott‘. Die Höraufgaben machten es dann nicht besser.“

Denn den Schülern wurde eine Rede von Prinz Harry vorgespielt. „Der nuschelt so stark, den konnte selbst ich teilweise nicht verstehen.“ Sowohl die Rede als auch die Texte hätten Vokabeln enthalten, die die 62 Abschlussschüler kaum kennen konnten. „Ich fand das schon sehr schwierig“, so die Pädagogin.

Abschlussprüfung zählt 50 Prozent

Das Problem: Die Abschlussprüfung fließt zu 50 Prozent in die Gesamtnote mit ein. „Ein ganzes Schuljahr zählt also genauso viel wie diese Arbeit“, erläutert Hannelore König. Umso schlimmer sei es, dass die Prüfung „vollständig am Leistungsstand der Schüler vorbeigegangen ist“. Sowohl Hannelore König als auch Rita Weßel sind nun gespannt, wie sich das Schulministerium äußert.

Tipp der Englischlehrerin

Medienberichten zufolge sollen in dieser Woche aufgrund der zahlreichen Beschwerden „Hinweise zur angemessenen Einordnung der Schülerleistungen“ folgen. Grundsätzlich hätten Lehrer einen Ermessensspielraum. Während Schüler und Eltern eine Wiederholung fordern, warnte der Verband Bildung und Erziehung NRW vor zusätzlichem Stress für die Schüler.

Hannelore König hat noch einen Tipp parat: „Anstatt die Aufgaben jetzt noch mal intensiv zu prüfen, könnte man das beim nächsten Mal vielleicht direkt vorher tun.“  

 

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