An der Münsterstraße wird kräftig gebaggert: Für den Kreisverkehr müssen Kabel weichen

rnNeuer Kreisverkehr

Am Standort der alten Fußgängerbrücke über die B54 in Werne entsteht ein Kreisverkehr. Die Baufirma freut sich über gutes Wetter - und darüber, dass aktuell niemand über die Barrikaden klettert.

Werne

, 17.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bauarbeiten an der Münsterstraße sind in vollem Gange: Wo einst eine Fußgängerbrücke den Menschen über die stark befahrene Straße half, stehen nun Absperrgitter. Dahinter wird fleißig gebaggert. „Wir müssen aktuell den Bereich von Leitungen befreien“, erklärt Bauleiter Heiner Glanemann das Prozedere.

Ist die Arbeit an den Leitungen erledigt, wird geschottert und sich um die Entwässerung gekümmert. Aktuell können sich Glanemann und seine Kollegen über strahlenden Sonnenschein freuen: „Vergangene Woche konnten wir aufgrund des Wetters kaum etwas machen. Jetzt läuft es wieder rund.“

Die alten Kabel müssen für den neuen Kreisverkehr weichen.

Die alten Kabel müssen für den neuen Kreisverkehr weichen. © Sylva Witzig

Rebellische Werner ignorieren Absperrungen

Sieben Menschen arbeiten derzeit auf der Baustelle an der Münsterstraße - vier von der Baufirma und drei Telekom-Mitarbeiter. „Wir sind jetzt auf der Suche nach dem letzten Kabel“, sagt einer von ihnen und blickt in das tiefe Loch im Fußweg. Dort unten im Erdreich liegen einige dicke schwarze Kabel, die im Bereich des Kreisverkehres nichts zu suchen haben.

An der B54 stehen seit geraumer Zeit Absperrungen. Viele Menschen, vor allem Schüler, haben die ignoriert und sind über die Baustelle gelaufen.

An der B54 stehen seit geraumer Zeit Absperrungen. Viele Menschen, vor allem Schüler, haben die ignoriert und sind über die Baustelle gelaufen. © Sylva Witzig

Nichts auf der Baustelle zu suchen haben auch die Werner Bürger. Vor allem Schüler seien in der letzten Zeit ständig über die Barrikaden geklettert, um auf dem kürzesten Weg über die Münsterstraße zu kommen. „Die Schüler sind äußerst penetrant. Die Absperrungen werden vollkommen ignoriert, überklettert oder beiseite gestellt“, berichtet Glanemann.

„Wir haben keine Zeit für Quarantäne. Unsere Jungs sind fit“

„Die Menschen bewegen sich im Gefahrenbereich und wir haften dann für ihre Dummheit“, ärgert sich der Bauleiter. „Einmal ist sogar ein Lehrer mit einer kompletten Schulklasse mitten durch die Baustelle gelatscht und hat dann mit uns geschimpft, dass die Baustelle nicht richtig gesichert sei.“ Aufgrund des Coronavirus bleiben die Schulen nun immerhin bis zu den Osterferien geschlossen.

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„Wir haben jetzt mehr Ruhe“, freut sich Glanemann. Auf die Bauarbeiten hat das Coronavirus ansonsten keine Auswirkungen: „Wir machen ganz normal weiter. Wir haben weder Zeit noch Geld für Quarantäne. Unsere Jungs sind topfit.“

Am Baggerloch baggert ein Telekom-Mitarbeiter. Aktuell gilt es, die Leitungen aus dem Bereich des künftigen Kreisverkehres zu entfernen.

Am Baggerloch baggert ein Telekom-Mitarbeiter. Aktuell gilt es, die Leitungen aus dem Bereich des künftigen Kreisverkehres zu entfernen. © Sylva Witzig

Lange hat es gedauert, bis die Arbeiten am neuen Kreisverkehr beginnen konnten: Eigentlich sollten sie direkt im Anschluss an den Abriss der Fußgängerbrücke Anfang Dezember beginnen. Doch die Baufirma kam auf einer vorherigen Baustelle in Verzug und musste die Arbeit an der einstigen B54 verschieben.

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Als die Baustelle dann eingerichtet werden sollte, kam den Arbeitern Sturm Sabine in die Quere. Am 17. Februar ging es mit zweieinhalbmonatiger Verzögerung los. Der Zeitplan ist straff: Im Juni soll der Kreisverkehr fertig sein. Zwischenzeitig wird die Münsterstraße daher halbseitig gesperrt.

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