Bauer berichtet: Was Sie über Eier wissen sollten

Fragen und Antworten

Ob weiß, braun oder kunterbunt, weich oder hart, gespiegelt, gerührt oder gebraten: Ostereier gehören zum Osterfest dazu – auf jeden Fall für Ferdinand Schulze Froning, schon von Berufswegen. Wir haben den Eierbauern im Werner Norden besucht und die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Huhn und Ei zusammengestellt.

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, 25.03.2016 / Lesedauer: 4 min
Bauer berichtet: Was Sie über Eier wissen sollten

Das wäre schön, wenn die Hühner gleich in die Palette die Eier legten.

In welchem Alter beginnt ein Huhn, Eier zu legen?

„Ein Huhn gilt ab einem Alter von 20 Wochen als legereif“, sagt Ferdinand Schulze Froning. Am produktivsten sei es mit etwa 26 bis 30 Wochen. Von 100 Hühnern legten dann 95 jeden Tag ein Ei. 15 Monate alt werden die Eierlegerinnen im Froningholz. Dann verkauft der Landwirt sie.

Was ist die beste Lege-Uhrzeit?

Drei, vier Stunden nach Tagesbeginn. Wann der Tag beginnt, hat der Landwirt allerdings selbst in der Hand – durch die Betätigung des Lichtschalters.

Legen weiße Hühner weiße Eier und braune Hühner braune?

In Schulze Fronings Stall ist das tatsächlich so. Das sei aber eher ein Zufall. Ein Zusammenhang mit der Gefiederfarbe bestehe nicht, sagt er. Fast immer liege man richtig, wenn man sich die Ohren des Huhns anschaut. Sind die kleinen Hautlappen unter dem Ohr weiß, dann lege das Tier fast immer weiße Eier. Sind die rot oder rosa, würden die Eier meistens braun.

Wie viele Hühner gackern in Werne?

Das lässt sich so genau nicht beantworten. Zwar haben die Statistiker des Landes NRW am Gründonnerstag bekannt gegeben, dass Hennen zwischen Rhein und Weser im Jahr 2015 1,31 Milliarden Eier gelegt haben. Die jüngsten Angaben für die einzelnen Städte sind aber deutlich älter: Sie stammen aus dem Jahr 2010. Damals hielten 16 der 106 landwirtschaftlichen Betriebe Hühner: Insgesamt waren es exakt 50.739 Tiere. Auf Schulze Fronings Hof leben im Durchschnitt 1500 Legehennen.

Woher weiß man, wie alt Eier sind?

„Am besten man fragt mich“, sagt Ferdinand Schulze Froning, der seine Eier im Stadtgebiet zu den Kunden fährt, wie es der Vater bereits 1972 begonnen hatte. Für alle anderen gibt es laut Verbraucherzentrale eine Faustregel, um das Legedatum zu berechnen: „Mindesthaltbarkeitsdatum abzüglich 28 Tage gleich Legedatum“. Und einen Trick: den Schwimmtest.  Ein frisches Ei taucht in einem mit Wasser gefüllten Glas bis auf den Boden. Schwimmt es an der Wasseroberfläche, ist es mindestens vier Wochen alt – und gehört nicht mehr auf den Tisch.

Wann fragen die Kunden die meisten Eier nach?

Nein, das ist nicht zu Ostern, sondern zu Weihnachten, wie Schulze Froning sagt. „Dann wird viel mehr gebacken als jetzt.“

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Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?

Nach Schulze Fronings Erfahrung eher rückläufig. Was die Kunden früher wöchentlich gekauft hätten, nähmen sie inzwischen für 14 Tage ab. Das habe nicht damit zu tun, dass ihnen Eier nicht mehr so gut schmeckten, meint der Landwirt, dessen Vater nach dem Krieg begonnen hatte, im größeren Stil auf Legehennen zu setzen: „Die Haushalte sind einfach kleiner geworden.“  Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat  genau nachgezählt. Danach hat 2014 jeder Bundesbürger 231 Eier gegessen – vom Frühstücksei bis zu den Eiern im Kuchen. Das seien immerhin 14,4 Kilogramm.

Wie werden die Eier bunt?

Nein, der Osterhase malt sie nicht an, wie Ferdinand Schulze Froning verrät. Er selbst auch nicht. Er fährt die Eier, die bunt werden sollen zwischen Weiberfastnacht und Ostern alle zwei Wochen nach Iserlohn „zum Kochen“, wie er sagt. Dort würden 6000 Eier pro Stunde hartgekocht und bunt gefärbt. Für ihn lohne es sich nicht, eine entsprechende Vorrichtung selbst zu kaufen.  Bunte Eier das ganze Jahr über anzubieten, habe er auch schon einmal ausprobiert. „Die schmecken ja eigentlich immer.“ Die Kunden fragten das aber nicht entsprechend nach, „manche befürchten wohl, dass es sich immer noch um alte Ostereier handele“, sagt er lachend.  

Wie lange sind gekochte und gefärbte Eier überhaupt verzehrbar?

Über mehrere Wochen, wie Schulze Froning versichert, „vorausgetzt , die Schale ist intakt“. Apropos Schale: Je frischer das gekochte Ei, desto schlechter lässt es sich pellen. In jedem Fall rät Schulze Froning, die Eier lieber nicht lange zu lagern, sondern direkt zu verspeisen – und anschließend Nachschub zu kaufen.

Für alle, die zu Ostern zu großzügig Eier eingekauft haben: Wie lassen sie sich am besten verwerten?

Ferdinand Schulze Fronings Ehefrau Birgith gibt den Tipp, Eier mit Senfsauce zu machen: ein fleischloses Mittagessen, das in ihrer Familie gut ankomme. „Und zu Ostern freuen sich immer alle auf meine selbstgemachte Remoulade“ – die passende Begleiterin für kalte Eier. 

Quiz zu Ostern

Nicht nur Hühner legen Eier. Können Sie mit bloßem Auge erkennen, woher ein Ei stammt? Testen Sie's im Quiz:

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