Baulandpreise in Werne steigen nach wie vor

Auswirkungen auf Neubaugebiete

Hohe Immobilienpreise und die anhaltende Niedrigzinsphase bewirken weiterhin volle Auftragsbücher der Bauunternehmen in Werne. Damit schnellen auch die Preise für Bauland immer weiter in die Höhe. Und das hat massive Folgen für Wernes Baulandschaft – insbesondere für das bald entstehende Neubaugebiet am Fürstenhof.

WERNE

, 07.06.2017, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Baulandpreise in Werne steigen nach wie vor

Wo sich die Grundstückspreise für das neue Baugebiet am Fürstenhof ansiedeln werden, hängt von vielen Faktoren ab.

In spätestens 14 Tagen möchte Norbert Tillmann mit seinem Bauprojekt an der Claudiusstraße in Stockum starten. Wie wir bereits im November berichteten, soll hier ein Mehrfamilienhaus für acht Parteien entstehen. Preise für die zukünftigen Wohnungen nannte Tillmann nicht. Legt man die Werte des neuen Grundstücksmarktberichts für den Kreis Unna (ohne die Städte Unna und Lünen) zugrunde, dürfte sich der Kaufpreis irgendwo bei 2400 Euro pro Quadratmeter einpendeln.

Der exakte Durchschnittswert, den der Gutachterausschuss für seinen Bericht ermittelt hat, lag 2016 für Erstverkäufe im Kreisdurchschnitt bei 2430 Euro – und damit sogar 50 Euro unter dem Wert des Vorjahres.

Viele Faktoren bestimmen den Preis

Der Preisanstieg von fast 1000 Euro pro neu gebautem Quadratmeter in den vergangenen zehn Jahren dürfte mit ein Grund für den momentanen Boom in der Baubranche sein, der durch Niedrigzinsen weiter begünstigt wird. Die Entwicklung wird allerdings auch zum Problem: „Die Bauunternehmen haben volle Auftragsbücher. Das wirkt sich natürlich auf den Preis aus“, sagt Wernes Baudezernent Ralf Bülte.

Das könnten auch Interessenten für das Neubaugebiet am Fürstenhof zu spüren bekommen. Der Grundstücksmarktbericht weist für 2016 einen Durchschnittswert von 175 Euro pro Quadratmeter für Bauland in Werne aus; die Spanne der Lippestadt bewegt sich allerdings, je nach Lage, zwischen 115 und 250 Euro. Wo sich der Fürstenhof ansiedeln wird, lässt sich laut Bülte allerdings jetzt noch nicht sagen: „Da spielen viele Faktoren eine Rolle.“

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Zum Beispiel das Landeswassergesetz (LWG), wonach Schmutz- und Oberflächenwasser nicht mehr in den gleichen Kanal geleitet werden dürfen. „Also müssen wir das Oberflächenwasser irgendwie in die Horne kriegen“, so Bülte. Wie viel Wasser das sein wird, hängt zudem von der versiegelten Fläche ab.

Ein weiterer Faktor sei die Entwicklungsgesellschaft der Sparkasse, mit der die Stadt zusammenarbeitet. „Die werden bei der Preisgestaltung natürlich ein Wörtchen mitreden wollen“, erklärt der Baudezernent. Am geplanten Familienrabatt, wie er schon beim Neubaugebiet am Windmühlenberg zum Zuge kam, wolle die Stadt aber festhalten. „Ich gehe ohnehin davon aus, dass die Grundstückspreise innerhalb des Baugebietes variieren.“

Massiver Umsatz bei Stadt und Sparkasse

In jedem Fall dürften Stadt und Sparkasse an dem Baugebiet ordentlich verdienen. Im Kreis Unna machte 2016 Bauland für den individuellen Wohnungsbau mit 21 Millionen Euro die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, der mit unbebauten Grundstücken erwirtschaftet wurde. Größter Posten sind allerdings bebaute Grundstücke: Hier wurden im vergangenen Jahr 346 Millionen Euro im Kreis Unna umgesetzt, davon allein 201 Millionen Euro mit Ein- und Zweifamilienhäusern.

Beschlüsse im Ausschuss

Für das Baugebiet Fürstenhof steht in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 29. Juni die Änderung des Flächennutzungsplans an.
Wie Ralf Bülte außerdem erklärte, fassen die Politiker den Aufstellungsbeschluss. „Dann können wir anfangen zu planen. Dazu wird es ein städtebauliches Konzept geben.“
Erst danach könne man seriöse Auskunft über mögliche Baulandpreise geben.

 

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