Grafik: Bessere Luft durch Corona? So ist die Luftqualität in Werne

rnCoronavirus in Werne

Die Ausgangsbeschränkungen in China und Europa sorgen für bessere Luftqualität. In Deutschland herrscht seit dem 22. März eine Kontaktsperre. Wir zeigen, wie es um die Luft in Werne steht.

Werne

, 31.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Internet verbreiteten sich in den vergangenen Wochen Karten der Raumfahrtbehörde Nasa, die zeigen sollten, dass die Corona-Krise auch etwas Gutes mit sich bringt: Karten, die China zeigen, auf denen sich rote Flecken in blaue verwandeln. Karten, die zeigen wollen, dass sich die Luft in China verbessert hat, der Smog sich „in Luft auflöste“, als wegen des Coronavirus Fabriken ihren Betrieb einstellten und niemand mehr vor die Tür durfte.

Aber ist das wirklich so? Und wenn ja, wie steht es um die Luft in Werne? Seit dem 22. März (Sonntag) herrscht in NRW ein weitreichendes Kontaktverbot. Ansammlungen von mehr als zwei Personen, die nicht in einem Haushalt wohnen, sind verboten. Tage zuvor hatten bereits nicht-lebensnotwendige Geschäfte und Gastronomien ihre Türen geschlossen und bieten jetzt Liefer- oder Abholdienste an - auch in Werne. Kunden dürfen sie in ihren Verkaufsräumen Stand jetzt bis zum 19. April nicht mehr empfangen.

Es gibt zwei Arten von Feinstaub, eine ist gefährlicher

Feinstaub wird in zwei Arten unterschieden: die sogenannten PM10- und den PM2,5-Werte. PM steht hierbei für „particulate matter“, was auf Deutsch als Feinstaub übersetzt wird.

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PM 10 beschreibt hierbei Feinstaubpartikel, die kleiner sind als 10 Mikrometer. Das entspricht 0,01 Millimetern. PM 2,5 hingegen misst Schwebstaubpartikel, die einen kleineren Durchmesser haben als 2,5 Mikrometer, also 0,0025 Millimeter.

Letztere sind also deutlich kleiner als die PM10-Partikel und sind deshalb laut NRW-Umweltministerium „lungengängier“: Diese kleinen Partikel können also viel tiefer in den Atemtrakt bis in die Lungenbläschen eindringen. Aus diesem Grund ist der PM2,5-Wert für die Wissenschaft gesundheitlich relevanter als der PM10-Wert.

Doch auch die PM-10-Partikel gelangen laut NRW-Umweltministerium durch Nase und Mund in die Lunge und können bis in die Hauptbronchien oder Lungenbläschen gelangen. Von da gelangen sie über die Blutbahnen auch in andere Organe. Demnach ist Feinstaub nachweislich an der Entstehung von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs beteiligt, wenn Menschen den Schadstoffen über Jahre ausgesetzt werden. Bei Kindern kann das Wachstum der Lunge beeinträchtigt werden.

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In Werne steigen die Werte im März zum Wochenende hin an

Der Grenzwert für PM10 liegt bei 50 Mikrogramm am Tag, aufs Jahr gesehen darf der Durchschnittswert 40 Mikrogramm nicht überschreiten. Für den PM2,5-Wert hingegen gibt es keinen Grenzwert bezogen auf Tage, sondern nur auf Jahre. Der PM2,5-Wert darf laut der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) seit 2015 einen Jahresmittelwert von 25 Mikrogramm pro Quadratmeter nicht überschreiten.

In Werne bewegten sich sowohl die PM2,5- als auch die PM10-Werte weit unter der Schwelle der Grenzwerte. Auffällig ist jedoch, dass die Feinstaubbelastung regelmäßig zum Wochenende hin - entweder am Donnerstag oder am Freitag - steigen.

Die höchsten Werte verzeichnete Werne am Freitag des 13. März: Hier Lag der PM10-Wert bei einem Tageswert von 30,54 Mirkogramm, der PM2,5-Wert bei 21,77. Auf dem 2. Platz ist der 5. März (Donnerstag) mit Werten von 30,29 (PM10) und 19,24 (PM 2.5).

Am 27. März (Freitag) lag der PM10-Wert bei 10,48, der PM 2,5-Wert bei 7,23. Ein Zeichen für weniger Feinstaub? Zumindest lässt das auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa vermuten. Ihren Daten vom 14. bis 25, März zufolge seien seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen in Italien, Frankreich und Spanien insbesondere die Stickstoffdioxid-Konzentrationen in Großstädten wie Mailand, Paris und Madrid zurückgegangen. Die Menschen dort dürfen das Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt.

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