Bestattungen: Das sind die Trends in Werne

Schlichtgräber, Urnen und Co.

An den Feiertagen im November gedenken gläubige Menschen der Heiligen und der Toten. Dazu gehört auch der Besuch auf dem Friedhof. Wir haben bei den Friedhofsgärtnern nachgefragt, wohin aktuell der Trend bei den Bestattungen in Werne geht.

WERNE

, 13.11.2014, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zurückzuführen sei dies auf die immer älter werdende Gesellschaft. "Wenn jemand mit 85 stirbt, ist das Kind meistens selbst schon über 60. Weil die meisten 25 Jahre lang die Gräber ihrer eigenen Eltern pflegen mussten, wollen sie das ihren Angehörigen nicht mehr zumuten." Eine andere Entwicklung beobachtet Günter König, hauptverantwortlicher Friedhofsgärtner für die evangelischen Kirchengemeinden. Etwa 70 Prozent der Bestattungen auf dem evangelischen Friedhof seien 2014 Feuerbestattungen gewesen. Auch hier gehe der Trend hin zu Schlichtgräbern. Das Ablegen von Blumen ist dort allerdings nur in den Wintermonaten möglich. Von Allerheiligen bis zum 28. Februar dürfen die Angehörigen die Gräber schmücken. „Im März, wenn der Rasen wieder wächst und wir mähen, ist Schicht im Schacht“, sagt König. „Wir können die Gestecke nicht jedes Mal wegnehmen.“

Gisbert Bensch von der Stadt Werne ist für die kommunalen Friedhöfe in Stockum und Horst zuständig. „Es wird insgesamt vielfältiger“, sagt er. Der Trend gehe auch hier in Richtung Feuerbestattung. Zwar würden sich inzwischen viele Menschen für ein Schlichtgrab entscheiden. „Auf dem kommunalen Friedhof ist das aber eher die Ausnahme“, sagt Bensch. Mit dem Ruheforst in Cappenberg ist eine weitere Art der Bestattung hinzugekommen. „Jogger, Hundebesitzer und Förster, die sich dem Wald sehr verbunden fühlen, entscheiden sich häufig für den Ruheforst“, sagt Förster Maximilian Brauer. Mit Vorsorgeverträgen würden sich viele ihren Platz im Wald sichern und diesen schon zu Lebzeiten häufiger besuchen. 

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