Besucher lassen Müll in den Lippeauen liegen

Nach Party in der Natur

In der Natur feiern mit Grill, Bierkästen und Co. ist kein Problem - aber den entstehenden Abfall dort liegen zu lassen schon, finden die Werner Angler. In den Lippeauen ist das passiert. Die Angler sind sauer. Denn sie haben das Gefühl, dass sie von den Behörden stärker angegangen werden, als die Schmutzfinken.

WERNE

, 09.05.2016 / Lesedauer: 2 min

„Es kann doch nicht sein, dass derartig mit unserer Natur umgegangen wird“, klagt Detlef Jungk. Am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein hatte der Hobbyangler in der Nähe des Lippewehres „Schlagt“ einen Fund gemacht, der ihn zornig werden ließ. Ein Einkaufswagen, zwei leere Bierkästen, Plastikflaschen, ein kleiner Standgrill – alles wild verteilt am Ufer der Lippe, mitten im Naturschutzgebiet.

Im Fluss selbst entdeckte Jungk einen weiteren Einkaufswagen. „Auch Schnapsflaschen wurden wie Konfetti ins Gelände geworfen“, berichtet der Hobbyangler des ASV Werne. Werner Zicke ist Geschäftsführer des Angelsportvereins und schon lange über die Müllchaoten an den Lippeauen erzürnt. „Es ist schade, dass man alles unter Naturschutz stellt und sich trotzdem nichts tut“, sagt Zicke, der sich stärkere Präsenz der Polizei, des Kreises oder der Stadt vor Ort wünscht – etwa in Schwerpunktaktionen. „Es wäre doch nicht schlecht, wenn die Müllsünder mal ‘nen Hunderter abdrücken müssten, wenn sie erwischt werden.“

Statement des Kreises

Untätigkeit will sich der Kreis Unna nicht vorwerfen lassen. Andreas Schneider ist Sachgebietsleiter der unteren Abfallbehörde des Kreises und für die ordnungsgemäße Entsorgung kommunaler Abfälle und die Überwachung der Einhaltung von Umweltschutzvorschriften zuständig. „Wenn wir jemanden erwischen, werden Bußgelder fällig, aber da sind wir auch auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen.“ Mitarbeiter des Kreises oder der Stadt könnten nicht überall sein, dazu sei das Gebiet an den Lippeauen zu groß. Ein Anruf bei der Polizei oder dem Ordnungsamt sei hilfreich.

Den Vorwurf, Hundeführer und Angler würden an den Lippeauen von den Behörden stärker angegangen, als Müll hinterlassende Partymacher, will Schneider nicht stehen lassen. „Da machen wir keine Unterschiede.“ Im Übrigen: Für die Entsorgung der Abfälle sei die Stadt zuständig – und die wälze die Kosten dafür auf die Müllgebühren ab. „Am Ende zahlen die Bürger dafür“, sagt Schneider.  

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