BEV-Kunden bestürmen die Verbraucherzentrale in Lünen

BEV-Insolvenz

Die Insolvenz des Energieversorgers BEV betrifft auch zahlreiche Kunden in Werne und Lünen. Die Verbraucherzentrale Lünen spürt schon seit einigen Tagen einen erhöhten Beratungsbedarf.

Werne, Lünen

, 01.02.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
BEV-Kunden bestürmen die Verbraucherzentrale in Lünen

Bei der Lüner Verbraucherzentrale gehen vermehrt Anfragen zur BEV-Insolvenz ein. © Niehaus (A)

„Alleine am Donnerstag, 31. Januar, haben wir gut 15 Telefonate in Sachen BEV gehabt“, sagt die für Energiethemen bei der Lüner Verbraucherzentrale zuständige Pia Blödow (30) auf Anfrage unserer Redaktion.

Doch nicht erst seit der Ende Januar beantragten Insolvenz laufen bei den Verbraucherschützern die Telefone heiß. „Schon vorher haben sich Verbraucher bei uns beschwert, weil sie zum Beispiel auf Guthaben-Rückerstattung gewartet haben.“ Seit Donnerstag sei die Anfrage-Welle dann deutlich gestiegen.

Die Strom- und Gaslieferung ist durch Grundversorger gesichert

Die gute Nachricht vorab: Niemand steht im Dunkeln oder muss frieren durch Zahlungsschwierigkeiten der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV). „Es tritt automatisch der Grundversorger in Aktion und sorgt für Energiesicherheit“, sagt Blödow. Die Kunden würden die Umschaltung gar nicht merken.

Ungewöhnlich sei allerdings, dass die BEV sofort nach dem Insolvenzantrag die Lieferungen eingestellt habe. Bei anderen Pleiten sei die Lieferung zunächst noch eine gewisse Zeit weitergegangen.

Stadtwerke Lünen und Innogy in Werne springen ein

Doch trotz sofortiger Kappung von BEV-Strom und -Gas: In Lünen springen die Stadtwerke als Grundversorger ein, in Werne ist es Innogy. Dazu gibt es eine gesetzliche Verpflichtung.

Allerdings werden die Kunden automatisch in den Grund- und damit in der Regel den teuersten Tarif der Grundversorger eingestuft. Doch laut Blödow können sie jederzeit aus diesem Grund- in einen günstigeren Tarif wechseln oder sich einen ganz anderen Anbieter suchen.

BEV-Kunden bestürmen die Verbraucherzentrale in Lünen

Pia Blödow (30) von der Verbraucherzentrale NRW in Lünen berät momentan zahlreiche verunsicherte BEV-Kunden. © Foto: Beuckelmann

Frage nach einem neuen Anbieter

„Allerdings sind viele Betroffene nun natürlich gebrannte Kinder“, sagt Blödow. Schließlich wollten die BEV-Kunden damals durch den Wechsel Geld sparen. Nun müssen sie mit den Unwägbarkeiten durch einen zahlungsunfähigen Lieferanten leben.

Was sollen BEV-Kunden jetzt tun?

Was sollten BEV-Kunden jetzt tun? „Wichtig ist, den Zählerstand für die Schlussrechnung abzulesen. Ansonsten würde der Verbrauch geschätzt“, sagt die 30-Jährige. Was in der Regel ungünstig für den Kunden ist.

Und sonst? Blödow: „Man muss das weitere Insolvenzverfahren abwarten. Ansonsten kann man momentan nicht viel tun.“

Die Verbraucherzentrale in Lünen bietet eine Anbieter-Wechselberatung an. Termine lassen sich unter Tel. (02306) 3013801 vereinbaren. Verbraucherzentrale.de
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