Blitzeinbrecher in Werne waren absolute Profis

Hoher Schaden

Zwei Tage nach dem sogenannten Blitzeinbruch in das Modegeschäft Leenders steht fest: Die Täter waren Profis und es waren mehrere. Für die Professionalität spricht ein weiteres Indiz.

Werne

, 02.11.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Modegeschäft Leenders konnte Donnerstagmorgen, 2. November, wieder öffnen.

Das Modegeschäft Leenders konnte Donnerstagmorgen, 2. November, wieder öffnen. © Jörg Heckenkamp

Die Einbrecher waren schnell. Ihr Beutezug im Modehaus Leenders dauerte nicht einmal fünf Minuten. „Das müssen mehrere Täter gewesen sein, denn in der kurzen Zeit hätte einer das nicht geschafft“, sagt Johannes Leenders gestern auf RN-Anfrage.

Zumal die Unbekannten offenbar mehrfach ins Obergeschoss gelaufen sind. Sie nahmen nur hochpreisige Mäntel, Jacken, etc. von zwei teuren Marken mit. Die Dauer des Beutezuges lässt sich durch das Alarmsystem nachvollziehen, „auf das wir aufgeschaltet sind“, sagt Johannes Leenders.

Vermutlich mit einem Pkw drückten die Unbekannten die Glasschiebetür des Modegeschäftes auf.Hier ist sie provisorisch abgedichtet.

Vermutlich mit einem Pkw drückten die Unbekannten die Glasschiebetür des Modegeschäftes auf.Hier ist sie provisorisch abgedichtet. © Jörg Heckenkamp

Noch ein weiteres Indiz spricht für die Professionalität des Raubzuges: Möglicherweise haben die Einbrecher den Tatort einen Tag zuvor ausgekundschaftet. „Es sollten tatsächlich am Tag zuvor eine Frau und zwei Männer in dem Geschäft gewesen sein, die sich auffällig verhalten haben“, sagt Polizeisprecherin Vera Howanietz auf RN-Anfrage. Sie hätten Ware in Augenschein genommen, aber eine Beratung abgelehnt.

„Das stellt aber noch keinen belegbaren Zusammenhang dar“, sagt Howanietz. Dennoch hat sich offenbar eine Bedienung aus dem Geschäft das Trio gemerkt. Die Frau war mit einem roten Mantel und Pudelmütze bekleidet, die beiden Männer waren schwarzhaarig und trugen braun-blaue Jacken. Sie sollen sich in einer osteuropäisch klingenden Sprache verständigt haben. Wie gesagt, es ist nur eine Vermutung, dass dieses Trio den Tatort ausspioniert hat.

Wie berichtet haben die Unbekannten am frühen Morgen des Reformationstages, Dienstag, 31. Oktober, die Glasschiebetür des Geschäftes an der Bonenstraße mit brachialer Gewalt aufgedrückt. Die Polizei geht von einem sogenannten Blitzeinbruch mittels eines Pkw aus, der die Tür aufdrückte.

Die Täter sind dann ins Geschäfts hineingehastet, haben die wertvollen Kleidungsstücke herausgeholt und verschwanden. Die Polizei geht von einer Gesamtschadenssumme in einem hohen fünfstelligen Bereich aus.

Die Täter erbeuteten „zu etwa einem Drittel Herren- und zu zwei Dritteln Damen-Kleidung“, sagt Johannes Leenders. Das Problem: „Wir können davon nichts nachbestellen.“ Bereits an den beiden Feiertagen beseitigte die Familie die gröbsten Schäden, ließ eine provisorische, gesicherte Schiebetür installieren und räumte auf. „Wir konnten am Donnerstagmorgen ganz normal öffnen“, so der Inhaber.

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