Blühstreifen-Aktion: Erwartungen um fast das Doppelte übertroffen

rnBlühstreifen in Werne

Im Januar war die Blühstreifen-Aktion in Werne gestartet. Dabei wurden nicht nur mehr Patenschaften für Blühstreifen übernommen, auch die Landwirte legten nochmal eine Schüppe drauf.

Werne

, 02.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatten die Initiatoren der Blühstreifen-Aktion in Werne damit geplant und gehofft, in diesem Jahr rund 30.000 Quadratmeter für Blühstreifen in Werne aussäen zu können - 15.000 angelegt durch die Spenden der Blühstreifen-Paten, die vom 20. Januar bis Ende März gesucht wurden, weitere 15.000 hatten Werner Landwirte versprochen, oben drauf zu legen.

Am Ende wurde es allerdings fast doppelt so viel: 18.500 Quadratmeter konnten durch die Spenden der 130 Blühstreifen-Paten angelegt werden, die 32 Landwirte, die das Versprechen abgegeben hatten, die Patenfläche zu verdoppeln, legten am Ende nochmal 36.500 Quadratmeter drauf. Nun verteilen sich die 55.000 Quadratmeter auf eine Gesamtlänge von 18 Kilometern.

Blühstreifen-Aktion hat Erwartungen übertroffen

„Es ist mehr, als ich erwartet hätte. Ich bin natürlich hoch erfreut, ich habe auch viel Feedback über E-Mail erhalten, von Privaten, Mitgliedern der Klimainitiative, aber auch von Firmen“, sagt Michael Zurhorst, einer der Mitinitiatoren der Aktion. „Und die Landwirte haben nicht nur ihr Versprechen erfüllt, die Flächen zu verdoppeln, sondern auch deutlich mehr ausgesät, als versprochen.“

7000 Euro an Spenden sind allein durch die Blühstreifen-Paten für die Aktion zusammengekommen, die restlichen Kosten wurden durch die örtlichen Landwirte übernommen. Im Schnitt haben die 130 Paten nicht nur eine Patenschaft von jeweils 50 Quadratmetern Fläche für 18 Euro übernommen, sondern 2,7 Einheiten.

Jetzt lesen

Ausgesät wurden die drei Meter breiten, insgesamt 71 Blühstreifen entlang von Maisfeldern - an Wegen und Waldrändern - in Werne. Dafür hatten die Landwirte zwischen 180 bis 5800 Quadratmetern Feld zur Verfügung gestellt. Wo genau sich die Blühstreifen befinden, können Paten und Interessierte in den kommenden Tagen auf einer Online-Karte von Werne nachschauen.

Online-Karte zu den Blühstreifen geht bald online

Diese sei am Dienstag fertig gestellt worden, so Zurhorst. Auf welcher Internetseite die Karte dann zu finden ist, ist aktuell noch nicht bekannt. Mit der alten Internetseite habe es Darstellungsprobleme gegeben, hier ist aber eine Karte mit den vorab geplanten Blühstreifen zu finden: bluehstreifen.vermessung-zurhorst.de.

Bei der Saatgutmischung handelt es sich um eine einjährige Mischung mit heimischen Pflanzenarten, die Insekten als Nahrungquelle dienen. „Der Bürger findet Klatschmohn und Kornblume am Feldrand schön, aber für Insekten sind das nicht die besten Pflanzen. In der Mischung sind Pflanzen dabei, die wir vielleicht nicht so schön finden, aber die halt für die Insekten relevant sind“, so Zurhorst.

Ob die Blühstreifen-Aktion wiederholt wird, ist noch offen

Einjährig ist die Mischung deshalb, weil die Felder jedes Jahr ihre Fruchtfolge ändern, also jedes Jahr etwas anderes auf einem Feld ausgesät wird, und die Blühstreifen in Werne immer neben Mais stehen, weil dieser nicht mit Insektiziden behandelt wird. So sei gewährleistet, dass keine Insektizide auf die Blühstreifen übergehen. „Dann muss der Blühstreifen im nächsten Jahr auch woanders sein“, so Zurhorst.

Ob die Aktion im kommenden Jahr aber wiederholt wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. „Jetzt wollen wir erstmal gucken, dass die Blüten aufgehen und wie sich diese Mischung bewährt. Dann werden wir im Herbst darüber nachdenken, ob wir es wieder machen“, sagt Zurhorst.

Nun warten die Landwirte darauf, dass sich die ersten Blüten in den nächsten Tagen und Wochen öffnen. Die ersten Hinweisschilder an den Streifen sind bereits aufgestellt. „Die restlichen Schilder werden im Laufe der Woche aufgestellt“, so Zurhorst.

Lesen Sie jetzt

Ungewohntes Bild auf dem Wochenmarkt: Ein Traktor samt Anhänger mit Strohballen machte sich am Freitag auf dem Werner Marktplatz breit. Die Landwirte wollen die Bürger wachrütteln. Von Felix Püschner

Lesen Sie jetzt