Bundestagswahl 2021

Briefwahl-Boom in Werne: „Das ist schon eine Hausnummer“

Werne erlebt 2021 einen echten Briefwahl-Boom. Das ist schon jetzt, mehrere Wochen vor der Bundestagswahl, absehbar. Die Zahlen dürften deutlich über denen aus dem Vorjahr liegen, schätzt der Wahlorganisator.

Seit vergangener Woche können die Werner bereits Briefwahlunterlagen beantragen – online oder im Briefwahlbüro. Und das Interesse daran ist riesig, wie Sven Henning aus der Werner Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. „Es sind bereits mehr als 6.000 Briefwahlanträge eingegangen. Das ist schon eine ganz schöne Hausnummer. Vor allem zum jetzigen Zeitpunkt“, sagt der Wahlorganisator. Zum Vergleich: Bei der vergangenen Kommunalwahl gaben insgesamt 7.000 Werner Wähler ihre Stimme per Brief ab.

Die erste Flut an Briefwahlanträgen für die anstehende Bundestagswahl hat man bei der Stadt inzwischen abgearbeitet. Henning hätte jedoch nichts dagegen, wenn noch weitere hinzukämen. Zumal bislang viele Bürger die Beantragung der Unterlagen online vorgenommen haben. „Das ist auch gut für uns. Dadurch geht alles ein bisschen schneller“, erklärt der Wahlorganisator.

Einige Werner haben ihre Stimme schon abgegeben

Wobei man natürlich auch kein Problem damit habe, wenn sich jemand seine Unterlagen lieber persönlich im Briefwahlbüro im Stadthaus abholen möchte. Einige, die das getan haben, haben sogar direkt ihre Stimme abgegeben und die Zettel in die Wahlurne geworfen. Auch das geht bereits jetzt – obwohl die eigentliche Wahl bekanntlich erst am 26. September stattfindet. Die Zahl der Briefwähler werde man in Werne in diesem Jahr gegenüber der Kommunalwahl 2020 definitiv toppen. Da ist sich Henning sicher.

Einerseits liegt das an der Pandemie, deren Verlauf bis zum Wahltag ja noch nicht abzusehen sei. Viele Bürger dürften daher wohl auch in diesem Jahr lieber per Brief wählen als ins Wahllokal zu gehen. Andererseits beruht die Vermutung jedoch auch auf den Erfahrungswerten mit Blick auf die Wahlbeteiligung. Denn die ist bei Bundestagswahlen in der Regel deutlich höher als bei Kommunalwahlen.

Bei der jüngsten Kommunalwahl gaben beispielsweise knapp 56 Prozent der gut 25.000 wahlberechtigten Werner ihre Stimme ab. Auch in den Jahren 2014, 2009 und 2004 knackte man hier nicht die 60-Prozent-Marke. Ganz anders war die Lage bei den vergangenen Bundestagswahlen. Zwischen 70 und 80 Prozent lag die Beteiligung jeweils bei den vergangenen drei Auflagen. In den Jahren davor war sie sogar noch höher.

Wer in diesem Jahr nicht per Brief wählen möchte, kann seine Stimme am 26. September natürlich auch in einem der 22 Werner Wahllokale abgeben – in welchem genau, steht auf der individuellen Wahlbenachrichtigung. Auf jeden Fall sollte er dann eine Maske dabei haben. Denn die dürfte nach jetzigem Stand Pflicht sein. Es greifen grundsätzlich die Hygienekonzepte, die auch bei der Wahl 2020 angewendet wurden.

Ähnlich wie im vergangenen Jahr dürften auch die Feierlichkeiten der Sieger ausfallen. Denn eine echte Wahlparty im Werner Stadthaus ist auch 2021 eher unwahrscheinlich. Gegen eine Gratulation in Briefform spricht allerdings wohl nichts.

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Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner