Lego-Brücken teurer und viel später fertig - Warum Straßen NRW dennoch zufrieden ist

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Die beiden sogenannten Lego-Brücken über den Autobahnzubringer Nordlippestraße sind endlich fertig. Es dauerte länger und wird deutlich teurer. Trotzdem ist der Bauherr nicht unzufrieden.

Werne

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Freitag, 14. Juni 2019, sind die beiden Brücken Stiegenkamp und Nordbecker Damm über den Autobahnzubringer Nordlippestraße endlich fertig. Ursprünglich war die Fertigstellung vor Weihnachten 2018 geplant gewesen.

Lego-Brücken teurer und viel später fertig - Warum Straßen NRW dennoch zufrieden ist

Zwei Mitarbeiter der Firma Hoti nehmen Maß für die von ihrer Firma geleisteten Arbeiten, wie etwa den Randstein-Einbau. © Jörg Heckenkamp

Die Arbeiter bauen in diesen Tagen die Umleitungsschilder ab, sodass die großräumigen Umfahrungen vor allem für die Anwohner des Außenbereiches, Landwirte, Ausflügler und Fahrradfahrer entfallen.

Arbeiten an der Brücke noch nicht ganz abgeschlossen

Doch auch wenn die Brücken nun endlich befahrbar sind - ganz abgeschlossen sind die Arbeiten rund um die Bauwerke noch nicht. „Im Dammbereich müssen wir noch die Schutzplanken anbringen“, sagt Gregor Ellerkamp, Projektleiter Brückenbau von Straßen NRW in Coesfeld. Das bedeutet: Die Tempobegrenzung auf 50 km/h in diesen beiden Bereichen auf der Nordlippestraße bleibt bis zum Abschluss dieser Arbeiten bestehen.

Zu den Kosten kann Ellerkamp nach eigenen Aussagen noch keine abschließenden Angaben machen. Nur so viel: „Wir haben mit 1,7 Millionen Euro für beide Bauwerke kalkuliert, aber da liegen wir einiges drüber, das kann man jetzt schon sagen.“

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Immer noch schneller als konventionelle Bauweise

Eine Verzögerung in der Fertigstellung von einem halben Jahr und eine nicht unerhebliche Kostensteigerung - dennoch ist Ellerkamp nicht unzufrieden mit dem Ausgang. „Dieser Bau mit Fertigelementen war als eine Art Pilotprojekt gedacht“, sagt er. Da könne man nicht damit rechnen, dass alles rund laufe.

Außerdem glaubt Ellerkamp immer noch an einen Zeitvorteil dieser besonderen Technik: „Hätten wir die beiden Brücken konventionell gebaut, hätte es mit Sicherheit noch länger gedauert.“

Abbruch kam zu früh

Besonderheit an dem Werner Projekt: Die Ingenieure fertigten die einzelnen Teile als Module auf einem separaten Gelände. Ein schwerer Kran hob sie dann an ihren Bestimmungsort. Vorteil: Sperrungen auf der Nordlippestraße waren so gut wie nicht nötig, der Verkehr konnte trotz der Arbeiten fließen.

Für die Verzögerungen macht Ingenieur Ellerkamp verschiedene Faktoren verantwortlich. Selbstkritisch sagt er: „Wir hätten mit dem Abbruch warten müssen, bis die neuen Modulteile komplett fertig waren.“ Dadurch sei man dann in die Winterzeit gerutscht, was weitere Verspätungen bei der Abdichtung nach sich gezogen hätte.

Schließlich habe die Baufirma zwischendurch Personal abgezogen, um es auf anderen Baustellen einzusetzen. Stichwort: Fachkräftemangel in der Baubranche.

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