„Wir müssen das öffentliche Leben aufrechterhalten“: Bürgermeister Lothar Christ zum Coronavirus

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Die Schließungen von Schulen und Kitas stellt Werne vor Herausforderungen. Kinder von im Gesundheitssystem arbeitenden Eltern sollen betreut werden. Die Situation sei dramatisch, so der Bürgermeister.

Werne

, 14.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufgrund des Coronavirus schließen ab Montag, 16. März, alle Schulen und Kitas in NRW. Montag und Dienstag soll eine Betreuung durch Lehrpersonal in den Schulen gewährleistet werden. Doch danach, also ab Mittwoch, müssen viele Eltern umplanen. Für Werne stellt der Coronavirus nun eine Ausnahmesituation dar. Denn wie sollen die Kinder jetzt betreut werden, deren Eltern beruflich eingespannt sind? Insgesamt geht es um 1048 Mädchen und Jungen, die aktuell in Werne in eine Kita gehen, um 948 Grundschüler und 2226 Schüler in weiterführenden Schulen.

Die Verantwortlichen des Jugendamtes prüfen gemeinsam mit den Trägern der Kindertagesstätten derzeit, wie man Notgruppen in Werne einrichten kann. „Für alle ist es eine herausfordernde Situation. Wir müssen schauen, wie wir Lösungen dafür hinbekommen“, sagt Bürgermeister Lothar Christ am Freitagnachmittag, 13. März.

Nur begrenzte Anzahl an Kindern in Notgruppen zu betreuen

Dabei sollen verträgliche Lösungen her. Sprich: Zunächst sollen Kinder in den Notgruppen betreut werden, deren Eltern im medizinischen Bereich (Ärzte, Pflegepersonal) oder im Bereich der öffentlichen Ordnung oder anderer wichtiger Struktur arbeiten. „Zunächst muss eine Betreuung für diese Kinder ermöglicht werden, deren Eltern dafür sorgen, dass das öffentliche Leben und das Gesundheitssystem aufrechterhalten bleiben“, sagt Christ und stellt noch einmal den Ernst der Lage dar.

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Das gilt auch für Eltern, die Kinder in den Klassen 1 bis 6 haben. Eltern, die unter den schützenswerten Berufsgruppen gehören, soll schon am Montag zunächst in sämtlichen bisher agierenden Einrichtungen im Stadtgebiet eine Betreuungsmöglichkeit angeboten werden. Dies wurde am Freitagnachmittag mit allen Trägern abgestimmt, heißt es in der Mitteilung des Jugendamtes.

Ausbreitung des Virus verzögern

„Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch entwickelt. Wir müssen von Tag zu Tag neue Fragen bewerten. Es geht in erster Linie darum, das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten. Die gesamte Gesellschaft muss jetzt umsichtig handeln“, sagt Lothar Christ mit Nachdruck.

Dabei könne es bei allen Maßnahmen lediglich darum gehen, die Ausbreitung des Virus zu verzögern. Bis der Coronavirus die Lippestadt erreicht, sei es nur eine Frage der Zeit, so Christ weiter. Der vermeintliche erste Fall eines Infizierten in Werne hat sich nicht bestätigt, hieß es am Freitag.

Die nun ergriffenen Maßnahmen - dazu gehören auch unzählige Absagen von Veranstaltungen in Werne - seien „sicherlich nicht übertrieben“, verdeutlicht Christ. Er appelliert deshalb an die Werner Bürger, Ruhe zu bewahren und soziale Kontakte so weit es geht einzuschränken.

Einen umsichtigen Blick solle man für ältere oder erkrankte Personen haben. In der Frage, welche Mitarbeiter in diesen Zeiten lieber zuhause bleiben sollten, solle man Solidarität beweisen. „Wir brauchen viel Verständnis füreinander“, sagt Lothar Christ.

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