Bürgermeister zieht nach 100 Amtstagen kleine Bilanz

Interview mit Lothar Christ

WERNE Hundert Tage im Amt als Bürgermeister. Seit Freitag ist diese magische Marke vorbei: Im Gespräch mit RN-Redakteur Daniel Claeßen zog Wernes unabhängiger Bürgermeister Lothar Christ eine erste Zwischenbilanz.

von Von Daniel Claeßen

, 29.01.2010, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Lothar Christ an seinem Arbeitsplatz.

Bürgermeister Lothar Christ an seinem Arbeitsplatz.

Fulminant! Es ging gleich los mit Sim-Jü und dem Partnerschaftsjubiläum mit Lytham St. Annes. Das war schon ein besonderes Erlebnis, so viele Gäste zu begrüßen und bei den Zeremonien an der Spitze zu stehen. Und beides hat super geklappt.

Es war sehr wichtig, danach auch schnell in inhaltliche Arbeit einzusteigen. Wegweisend war dabei die konstituierende Ratssitzung, die reibungslos gelaufen ist – ein Beweis für die gute Zusammenarbeit sowohl zwischen den Fraktionen als auch zwischen den Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister.

Mit dem Antrag auf ein Gewerbegebiet an der A1 haben wir sicher einen Meilenstein gesetzt. Natürlich ist das eines der Dinge, die Rainer Tappe angestoßen hat und die jetzt weitergeführt werden können. Dazu gehören auch das Schulzentrum und die geringe Gebührenbelastung der Bürger. Aber auch diese Erfolge muss man verbuchen.

: ...da standen wir nach dem Absprung eines Investors vor einer schwierigen Situation. Jetzt haben wir es geschafft, mit zwei Investoren an einem Tisch zu sitzen und drei Lösungen zu diskutieren. Die beste und sicherste Lösung für Stockum muss durchschlagen, und ich denke, dass es zurzeit mehr Grund für Optimismus als Pessimismus gibt.

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Besonders am Herzen liegt mir das Projekt „Vier 4 u“, das Schülern eine Ausbildungsplatzgarantie bietet. Außerdem befinden wir uns in einem sehr guten Dialog mit Ikea. Überhaupt die Wirtschaft: Dass wir mit Carolin Brautlecht eine Stabstelle für Wirtschaftsförderung geschaffen haben, war mir ebenfalls wichtig. Ich besuche zudem die Werner Firmen, wo ich bereits viele konstruktive Gespräche führen konnte.

: Es gibt immer Hochs und Tiefs in einer Amtszeit. Nach 100 Tagen habe ich Gott sei Dank noch kein Tief erlebt. Aber wir müssen zum Beispiel aufgrund des demographischen Wandels über die Schließung von Einrichtungen nachdenken. Das wird nicht schön.

Ich betrachte das nicht als Störfeuer, sondern als notwendigen Dialog. Wenn ein Bürger, eine Partei oder ein Unternehmen andere Ansichten hat, ist das völlig in Ordnung. Damit muss man sich auseinander setzen. Gleichzeitig erwartete ich aber auch, dass Entscheidungen akzeptiert werden, wenn sie mehrheitlich beschlossen sind.

Weil ich kein Einzelkämpfer bin. Viele Zuständigkeiten liegen zum Beispiel in den Ausschüssen, die gut und sachlich kompetent besetzt sind. Sowohl die Politik als auch die Kollegen in der Verwaltung arbeiten sehr gut zusammen. Das hat ja auch der Regierungspräsident betont, der uns als „schlagkräftiges Team“ gelobt hat. Und nach so einem Lob können wir auf die ersten 100 Tage mit Recht stolz sein.

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