Bürgermeister zu Gastro-Ärger: „Können die Baustelle nicht einfach verschieben“

rnBonenstraße in Werne

Zum Ärger um die Baustelle an der Bonenstraße in Werne hat sich nun auch Bürgermeister Lothar Christ geäußert. Demnach kommt eine Verschiebung der Baustelle nicht infrage. Die Stadt wolle anderweitig helfen.

Werne

, 15.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustelle in der Bonenstraße erhitzt weiter die Gemüter. Durch die Arbeiten zur Umgestaltung des letzten Teilstücks zwischen Partnerschaftsuhr und Kino fühlen sich vor allem die dortigen Gastronomen benachteiligt. In der vergangenen Woche hatten die Inhaber der Pizzeria La Strada und der Tapas Bar Mediterraneo ihrem Ärger Luft gemacht. Das Kernproblem: Die Baustelle ist schlecht fürs Geschäft. Und das läuft wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen aktuell ohnehin keineswegs berauschend.

„Erst Corona und jetzt die Baustelle. Wenn ich meinen Außenbereich nicht aufmachen kann, dann bekomme ich ernsthafte Schwierigkeiten“, erklärte etwa Toni Macculi von der Pizzeria La Strada im Gespräch mit unserer Redaktion. Er wolle keinen Streit mit der Stadt - aber die Baustelle komme eben zum falschen Zeitpunkt - zumal die Arbeiten laut seinen Informationen eigentlich schon viel früher hätten anfangen sollen.

Stadt ist bei Baumaßnahme „an Regeln gebunden“

Daraufhin richtete sich die Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ in einem offenen Brief an Bürgermeister Lothar Christ. Ihr Vorschlag: Eine zeitliche Verschiebung der Baustelle, um den Gastronomen den Außenbetrieb zu ermöglichen. In unserem Video-Chat hat sich Wernes Bürgermeister am Mittwoch (13. Mai) nun selbst zu dem Problem geäußert.

Grundsätzlich, so Christ, habe er Verständnis für den Unmut der Anlieger: „Das ist eine besondere Situation - erst Corona und dann auch noch die Baustelle. Wir wollen die Gastronomen natürlich unterstützen. Aber ich kann leider nicht sagen, dass wir die Baustelle jetzt mal eben verschieben. Wir sind da schließlich an Regeln gebunden.“

Jetzt lesen

Die besagen unter anderem in Bezug auf ein laufendes öffentliches Ausschreibungsverfahren, dass eine Aufhebung oder zeitliche Verschiebung nur möglich ist, wenn ein triftiger Grund vorliegt und zudem der Fördergeldgeber zustimmt - in diesem Falle das Land NRW, das 70 Prozent der Kosten für die Umgestaltung der Bonenstraße übernimmt. Darüber hinaus, müsse ein solches Vorgehen auch haushälterisch Sinn ergeben.

„Es bringt nicht viel, wenn wir diese Maßnahme erst im nächsten Jahr durchführen. Ich gehe davon aus, dass die Gastronomen im kommenden Jahr wieder bessere Umsätze machen können als in der jetzigen Krise. Und wenn wir dann in der Bonenstraße eine Baustelle haben, ist das natürlich auch schlecht“, so Christ.

Mehr Flächen, neue Konzepte und Stundungen

Allerdings wolle man den Gastronomen anderweitig helfen. Der neue Ansatz: Die Baustelle bleibt und man schafft andere Möglichkeiten für eine Außengastronomie in Form von erweiterten beziehungsweise zusätzlichen Flächen. Das gelte auch für die übrigen Werner Gastrobetriebe: „Wir wollen großzügig sein, wenn es darum geht, sich in der Außengastronomie zu erweitern. Wir wollen es ermöglichen, dass man mehr Tische aufstellen und mehr Platz einnehmen kann.“

Die wirtschaftliche Lage sei ernst. Die Stadt sei sich dessen natürlich bewusst und wolle „alles unternehmen, was möglich ist“, um den Geschäftsleuten zu helfen. „Deswegen haben wir auch ganz klar gesagt: Wenn jemand in Schwierigkeiten gerät, weil er Steuern und Gebühren nicht leisten kann, dann soll er uns ansprechen. Dann sind wir gewillt, Stundungen auszusprechen“, betonte Christ.

Zudem sei man auf Seiten der Stadt bemüht, bessere Rahmenbedingungen und „Frequenzbringer“ zu schaffen. Heißt: Weil größere Feste und Veranstaltungen wie „Donnerstags in Werne“ in der bisherigen Form oder auch der Blumen- und Spargelmarkt nach wie vor nicht möglich sind, müssen Alternativen her. Mit dem „Wochenmarkt Extra“ habe man eine solche Alternative beispielsweise auch bereits geschaffen. Und wenn das schon funktioniere, dann seien auch andere Maßnahmen denkbar - unter anderem größere Biergärten, so Christ.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt