Wahl-Rückblick

Bundestagswahl in Werne: Mischt sich ein Neuer ins Duell der Großen?

Rot oder Schwarz? Die Bundestagswahlen in Werne waren in der Vergangenheit ein reines Duell der „Großen“. Nun könnte ein „grüner“ Kandidat dazwischengrätschen. Die Wahlen in Zahlen.

Wem geben die Werner bei der Bundestagswahl 2021 ihre Erststimme? Läuft es tatsächlich auf ein Kopf-an-Rennen von zwei Kandidaten hinaus – quasi gemäß alter Tradition? Oder kommt es ausnahmsweise mal nicht zum Duell sondern sogar zum Dreikampf? Tatsächlich könnte in diesem Jahr einiges anders sein. Und das liegt keineswegs nur am Aufstieg der Grünen.

Ein Blick in die Wahlhistorie zeigt zunächst einmal, dass einer der Kandidaten für den Wahlkreis Hamm – Unna II nicht allzu viel zu verlieren hat: Michael Thews. Ausgerechnet der aktuelle Bundestagsabgeordnete konnte in Werne bislang nämlich kaum punkten. Der SPD-Mann, der nun zum dritten Mal in Folge für den Bundestag kandidiert, sah in der Lippestadt bei den vergangenen beiden Bundestagswahlen quasi nur die Staubwolke seiner Konkurrentin Sylvia Sabine Jörrißen.

Die CDU-Frau setzte sich 2017 mit fast 44 Prozent deutlich von Thews ab, der nur 31 Prozent der Wähler von sich überzeugen konnte. Bei der Wahl 2013 sah es für ihn kaum besser aus. Den 36 Prozent bei Thews standen 47 Prozent bei Jörrißen gegenüber. Die möglicherweise gute Nachricht für den aktuellen Abgeordneten: Sein Konkurrent heißt in diesem Jahr nicht mehr Jörrißen sondern Arnd Hilwig (CDU).

Wenn statistisch alles wie gewohnt läuft, kann sich letzterer jedoch halbwegs entspannt zurücklehnen. Denn ein Blick in die Statistik zeigt ebenfalls: Die CDU hat in Werne bei den vergangenen sechs Bundestagswahlen nicht nur bei den Zweitstimmen verlässlich um die 40 Prozent geholt – auch bei den Erststimmen waren die Werte konstant hoch. Zwischen 38 und 47 Prozent der Stimmen sicherten sich die Unionskandidaten in diesem Zeitraum jeweils.

Als ein SPD-Kandidat in Werne noch siegreich war

Wer einen triumphierenden SPD-Kandidaten sucht, muss bis in die Jahre 2005 und 2002 zurückgehen: Damals hatte Dieter Wiefelspütz in Werne die Nase vorn – mit satten 48 beziehungsweise 46 Prozent. Er setzte sich beide Male gegen Laurenz Meyer (CDU) durch. Der wiederum konnte das letzte Duell der beiden im Jahr 2009 knapp mit 38 Prozent gegenüber 36 Prozent für sich entscheiden.

Und die anderen Kandidaten? Die waren tatsächlich so etwas wie der Rest vom Schützenfest. Zumindest zahlentechnisch. FDP-Mann Jörg van Essen holte bei der Wahl 2009 in Werne 12 Prozent – und war damit eine Ausnahmeerscheinung. Denn tatsächlich knackte seit 1998 kein anderer Kandidat außerhalb der SPD und CDU die 10-Prozent-Marke. Und auch bei den Liberalen währte die Freude nur kurz. Denn schon 2013 holte ihr Kandidat Christoph Dammermann nur noch vergleichsweise mickrige 2,6 Prozent.

Nun, im Jahr 2021, schicken die Grünen mit Martin Kesztyüs einen Kandidaten ins Rennen, der sich bei den jüngsten Podiumsdiskussionen durchaus kämpferisch präsentierte. So, als wolle er die Dominanz der „Großen“ endlich beenden. Es wäre ein grüner Klecks in der rot-schwarzen Wahlhistorie Wernes.

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Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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