Chefin von Omas Cafe Werne: „In den ersten Monaten habe ich 10 Kilo abgenommen“

rnChefin seit einem Jahr

Nicole Kiwitt ist seit einem Jahr Chefin in Omas Cafe. Ein Jahr voller Hektik und drastisch gestiegener Arbeitszeit. Hat die 49-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit bereut?

Werne

, 01.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 2. November 2018 ist Nicole Kiwitt (49) Chefin in Omas Cafe Werne. Zuvor hatte sie dort drei Jahre als Angestellte gearbeitet. Die Übernahme vom Vorbetreiber Markus Krumkamp kam überraschend. Entsprechend hektisch verliefen die Vorbereitungen und das erste Jahr. Würde sie alles noch einmal machen?

Die Antwort kommt nicht sofort. Nicole Kiwitt denkt kurz nach, sagt dann mit etwas träumerischem Blick: „So schlecht war es auch nicht, angestellt zu sein.“ Dann holt sie Luft und sagt mit fester Stimme. „Nein, nein, es war immer mein Traum, sich selbstständig zu machen.“

Chefin von Omas Cafe Werne: „In den ersten Monaten habe ich 10 Kilo abgenommen“

Als Mittagstisch gibt’s an diesem Tag Reibekuchen mit Apfelmus, die die Chefin eigenhändig in die Pfanne haut. © Jörg Heckenkamp

Vor zehn Tagen habe ich mich mit Nicole Kiwitt für diesen Tag, einen Mittwoch, zum Interview verabredet. „Am besten Mittwochmittag. Da habe ich frei und Zeit für ein Gespräch“, hatte sie gesagt. Als ich Omas Cafe betrete, sind drei Tische besetzt. Nicole Kiwitt bespricht letzte Details mit Mitarbeiterin Beatriz Santos Lopes (22). Dann macht sie mir einen Cappuccino und wir setzen uns.

Korrektur: Ich sitze und Nicole Kiwitt will gerade Platz nehmen, als ein neuer Gast nach Varianten zum Mittagstisch fragt. Schwupps, dreht sie sich um, geht zum Gast, bespricht seine Wünsche kurz mit ihrer Mitarbeiterin. Dann kehrt sie zu mir an den Tisch zurück: „So, jetzt aber.“

Chefin von Omas Cafe Werne: „In den ersten Monaten habe ich 10 Kilo abgenommen“

Kurzes Lächeln für den Fotografen, schon geht's weiter für Mitarbeiterin Beatriz Santos Lopes (22) und Nicole Kiwitt (49). © Jörg Heckenkamp

Sie erzählt aus ihrem Leben, dass sie als 15-Jährige schon gekellnert habe, dann jedoch Fleischer-Fachverkäuferin gelernt, aber immer nebenbei in der Gastronomie gearbeitet habe. Dem Werner Publikum ist sie etwa aus ihrer jahrelangen Zeit im Schnarchhahn (heute Nachtschicht) bekannt. Schließlich wechselte sie als feste Angestellte zu Markus Krumkamp in Omas Cafe an der Konrad-Adenauer-Straße.

Nicole Kiwitt ist immer mit einem Ohr in Omas Cafe

Immer wieder dreht sie den Kopf zum Geschehen in ihrem Café. Aber jetzt blickt sie in meine Richtung. „Ich habe immer von einem eigenen Café geträumt“, sagt sie. Im Oktober 2018 ging ihr Traum in Erfüllung. Und zwar viel schneller als erwartet. Sie will gerade ins Detail gehen, als Beatriz Santos Lopes ruft: „Nicole, ich brauch mal Hilfe.“ Schwupps, ist sie weg.

Chefin von Omas Cafe Werne: „In den ersten Monaten habe ich 10 Kilo abgenommen“

Blick in Omas Cafe an der Konrad-Adenauer-Straße. © Jörg Heckenkamp

„So, weiter geht‘s“. Sie setzt sich. Also, wie war das damals? Sie hatte den Chef schon mal auf eine eventuelle Übernahme angesprochen, doch da hatte er abgewunken. Doch nun, Anfang Oktober 2018, hatte er sie gefragt: „Willst du noch übernehmen?“ Sie wollte. Zu wann? „Am liebsten gestern“, sagte der Chef, der bald keiner mehr sein würde. Dann ging alles rasend schnell.

Schon einen Monat später sollte Nicole Kiwitt die Schlüsselgewalt über Omas Cafe übernehmen. Ein Monat, um vom Mietvertrag über neue Geräte bis zur Personal-Situation alles zu regeln. Ein Monat, in dem auch noch ein 12-tägiger Urlaub fiel („Den wollte ich meinem 15-jährigen Sohn zuliebe nicht absagen.“). Am Strand in Ägypten hat sie die Speisenkarte gemacht und die Preise kalkuliert.

Chefin von Omas Cafe Werne: „In den ersten Monaten habe ich 10 Kilo abgenommen“

Seit einem Jahr ist Nicole Kiwitt Chefin in Omas Cafe. © Jörg Heckenkamp

„Nicole, ich wollte mal fragen....“. Sie dreht sich um, murmelt etwas, das nach Entschuldigung klingt, springt auf. Ich höre irgendetwas von Gläsern und geschlossener Gesellschaft. Dann kehrt sie an den Tisch zurück. Erzählt von der Eröffnung, von treuen Stammgästen und vielen neuen Kunden. Von einer 70 bis 80-Stunden-Woche.

Davon, dass sie in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit 10 Kilogramm abgenommen hat. Und davon, dass sie sich vorgenommen hat, etwas kürzer zu treten. Sie will jetzt sonntags frei machen. Wenn es passt. Aber wann passt es schon?

PS: Als wir zum Fotografieren hinausgehen, ruft sie Beatriz noch schnell zu: „Bitte die Reibeplätzchen wenden.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt