Christophorus-Schüler befassen sich mit dem Thema Tod und Kinderhospiz-Arbeit

Kinderhospiz

Einmal auf dem Empire State Building stehen oder einmal den Grand Canyon bewundern. Diese und andere Wünsche haben die Schüler des Gymnasiums, bevor sie irgendwann sterben.

Werne

von Laura Schulz-Gahmen

, 17.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gäste der AG-Kinderhospizarbeit waren Stefanie Bendlin (3.v.l.), Jacqueline Camacho Take und Sandra Garnhartner. Sie berichteten über ihre Erfahrungen mit sterbenden Kindern.

Gäste der AG-Kinderhospizarbeit waren Stefanie Bendlin (3.v.l.), Jacqueline Camacho Take und Sandra Garnhartner. Sie berichteten über ihre Erfahrungen mit sterbenden Kindern. © Laura Schulz-Gahmen

Warum sie sich darüber Gedanken machen? Am Mittwoch, 15. Februar 2019, hat sich die „AG-Kinderhospizarbeit“ des St.-Christophorus-Gymnasiums getroffen, um Schüler dazu zu ermutigen, sich mit dem Thema „Tod“ auseinanderzusetzen.

Die AG hatte zuvor drei Stimmen zum Thema Kinderhospizarbeit gehört. Eine davon gehört einer Mutter, die ihre kleine Tochter zu früh gehen lassen musste.

Stefanie Bendlin erzählte von dem Schicksal ihrer Sophie und wie ihre Familie und sie selbst damit umgingen.

Stoffwechselstörung mit eineinhalb Jahren

Mit eineinhalb Jahren bekam das kleine Mädchen die Diagnose: ein Gendefekt mit Stoffwechselstörung. Sie war entwicklungsverzögert und konnte sich nach einem schweren Infekt kaum mehr bewegen. Damals wandte sich Stefanie Bendlin an den Kinder- und Jugendhospizdienst des Kreises Unna.

Dort bekam sie Unterstützung durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, Sandra Garnhartner, welche ebenfalls am Mittwoch ihre Erfahrungen mit den Schülern teilte. Sie spendete drei Stunden ihrer Zeit pro Woche und umsorgte das kranke Mädchen.

Doch der Dienst der Kinderhospizarbeit hört nicht bei der Pflege auf. Die betroffenen Familien können sich jederzeit bei Ratlosigkeit und Trauer an den Dienst wenden. Unterstützung gibt es ebenfalls bei den Vorbereitungen für eine Bestattung. Familie Bendlin ließ in einer Abschiedszeremonie mit Kindern Luftballons in die Luft steigen.

Begleitung der Familien

Die Arbeit der Koordinatoren und ehrenamtlichen Mitarbeiter endet nicht mit dem Tod der Kinder. „Zu Geburtstagen und Todestagen werden an die Familien Karten gesendet, damit diese wissen, dass ihre Kinder nicht vergessen werden“, erzählte Jaqueline Camacho Take, Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes Kreis Unna. Interessenten müssen 80 bis 100 Stunden in einem Befähigungskurs ableisten.

Nach den Erzählungen der drei Frauen durften Schüler Fragen an die Gäste richten. Im Anschluss zeigten die Schülerinnen Karolina Otto (16) und Melanie Greshake (15) einen kurzen animierten Film über den Tod „Die Ente und der Tod“. Darin zeigte sich, dass der Tod allgegenwärtig ist und auch er nicht alle Fragen beantworten kann.

Schüler fragen: „Möchte ich wissen, wann ich sterbe?“

Nach dem Film bildeten die Schüler kleine Gruppen und beantworteten Fragen wie: „Möchte ich wissen, wann ich sterbe?“ und „Was möchte ich vor meinem Tod noch erleben?“

Bereits seit drei Jahren besteht die AG-Kinderhospizarbeit. 2016 kam ein Schüler auf die Lehrerin Julia Kopper zu und richtete sich mit dem Wunsch an sie, sich mit dem Thema Kinderhospiz zu beschäftigen.

Seitdem backen die Schüler regelmäßig Kuchen und spenden die Erlöse, sie lesen Bücher zum Thema Tod und besuchten das Kinderhospiz Olpe. Für dieses Jahr ist ein Besuch beim Bestatter geplant.

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