Schafft die Parkgebühren am Krankenhaus sofort wieder ab!

rnKommentar Klare Kante

Das Christophorus-Krankenhaus sei eines der letzten Hospitäler, die noch keine Parkgebühren erheben, meint die Geschäftsführung. Ja und? Warum kann das nicht so bleiben?

Werne

, 25.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Parkgebühren erheben Kommunen, Geschäfte oder eben Einrichtungen wie Krankenhäuser gemeinhin dann, wenn großer Parkdruck herrscht. Zum Beispiel in Innenstädten. Und/oder wenn die Bereitstellung von Parkraum immens teuer ist, etwa mittels Parkhäusern.

Als die Stadt Werne Anfang 2013 die letzten freien Innenstadt-Stellflächen mit Parkautomaten versah, gab es zwar Widerstand. Aber der fokussierte sich mehr auf das Thema, ob auch Lehrer oder Stadtbedienstete zahlen müssten oder nicht.

Schafft die Parkgebühren am Krankenhaus sofort wieder ab!

Die Parkautomaten werden ab dem 1. Juli scharf geschaltet. Danach gilt eine zweiwöchige Eingewöhnungsfrist ohne Strafgeld. © Jörg Heckenkamp

Immerhin diese Frage ist am Christophorus-Krankenhaus eindeutig geklärt. Ob Krankenschwester oder Chefarzt: Jeder zahlt einheitlich 10 Euro im Monat und hat noch die Möglichkeit, zwei verschiedene Nummernschilder auf einer Parkkarte einzutragen. Soweit, so gut.

„Und was ist beim Notfall? Wer denkt da an die Parkgebühr?“
Autor Jörg Heckenkamp

Für Patienten oder Besucher sieht das ganz anders aus. Sie zahlen 1,50 Euro pro Stunde, maximal 10 Euro am Tag. Zwar ist die erste halbe Stunde frei. Doch 30 Minuten reichen kaum für einen Krankenbesuch. Wer die 24,99 Euro Strafgebühr umgehen will, wird schon mal vorsichtshalber 1,50 Euro einwerfen und hat dann 30 plus 60 Minuten Zeit.

Problem: Verzögert sich der Aufenthalt, etwa bei einer Röntgenuntersuchung, muss ich rechtzeitig zum Auto zurückkehren und nachlösen. Tunlichst muss ich darauf achten, passendes Kleingeld mitzuführen. Denn der Automat schluckt nur Münzgeld. Keine Scheine. Keine Karten. Wechseln tut er auch nicht.

Smartphone-App zum Zahlen der Parkgebühren

Die etwas komfortablere (allerdings auch etwas teurere) Alternative per Smartphone-App dürfte gerade für die vielen älteren Besucher und Patienten eben keine Alternative sein.

Und was ist mit dem Notfall? Der eigene Vater wird mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die Angehörigen fahren aufgelöst hinterher. Die Aufnahmeprozedur kann Stunden dauern. Wer denkt da noch an Parkgebühren?

„Fair Parken“ verweist auf die Kulanzbereitschaft

„Wir sind immer telefonisch ansprechbar und können das auf kulante Weise regeln“, sagt Peter Klim vom Parkraumbewirtschafter Fair Parken. Wenn man aber weiß, dass die Firma (auch) von diesen Strafgeldern lebt, dürfte eine großzügige Kulanzbereitschaft nur gering ausgeprägt sein.

Das gewichtigste Argument gegen die Einführung der Parkgebühren ist aber die Lage des Krankenhaus am Rande der Bebauung Wernes. Dort gibt es Platz genug, auch wenn die Unterhaltung einer solchen Stellplatzanlage Geld kostet.

Aber der höhere fünfstellige Betrag dafür sind Peanuts gegen den Gesamtetat eines solchen Hauses.

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