Christophorus-Krankenhaus Werne schließt Cafeteria für Besucher wegen Coronavirus

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Das Christophorus-Krankenhaus in Werne hat weitere Maßnahmen wegen des Coronavirus ergriffen - und appelliert an Patienten, bei verdächtigen Symptomen nicht direkt die Klinik aufzusuchen.

Werne

, 12.03.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Einschränkung der Patientenbesuche ergreift das Christophorus-Krankenhaus Werne weitere Maßnahmen wegen des Coronavirus. Wie Standortleiter Ludger Risse auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, bleibt die Cafeteria für auswärtige Besucher voraussichtlich ab Freitag, 13. März, geschlossen. „Das machen wir natürlich nicht gerne. Aber die Situation gebietet es leider“, so Risse. Auch Schüler-Praktikanten seien inzwischen vorsorglich nach Hause geschickt worden.

Seit Donnerstag, 5. März, gilt bereits die Regelung, dass jeder Patient pro Tag nur noch einen Besucher empfangen darf. Und zwar aus drei Gründen, wie Axel Weinand, Geschäftsführer des Krankenhaus-Verbundes Werne und Lünen, erklärte: Man wolle dadurch einerseits mehr Ruhe ins Krankenhaus bringen - zumal besorgte Angehörige die Mitarbeiter verstärkt in Corona-Gespräche verwickeln und sie von der eigentlichen Arbeit abhalten würden.

Andererseits gebe es Lieferengpässe bei Schutzkleidung, die Besucher etwa bei isolierten Grippe-Patienten tragen müssen. Und darüber hinaus gelte der Grundsatz: Je weniger Besucher, umso geringer die Chance einer Ausbreitung.

Krankenhaus-Besucher zeigen Verständnis

Für diese Maßnahme zeigen die Besucher laut Risse bislang viel Verständnis. Die Besucherzahlen seien deutlich zurückgegangen. Allerdings bedienten sich diejenigen, die vorbeischauen, etwas zu großzügig an Schutzkitteln, Mundschutz und Desinfektionsmitteln. Man habe diese Dinge daher inzwischen eingeschlossen und gebe sie nur in den notwendigen Fällen heraus.

Dazu zählen besagte Besuche bei isolierten Patienten - oder eben die Patienten selbst. Der Ablauf sei in diesen Fällen klar geregelt: „Wenn sich jemand mit Grippesymptomen meldet, bekommt er zunächst an der Pforte einen Mundschutz und muss sich die Hände desinfizieren“, erklärt Risse. Dann werde der Patient telefonisch bei der Zentralen Notaufnahme gemeldet und komme in einen gesonderten Wartebereich.

Anschließend werden Schnelltests durchgeführt - auf Influenza A, B und das Coronavirus. Letztere Auswertung dauert laut Risse aktuell mindestens 24 Stunden, eher länger. Der Grund: Die Labore haben alle Hände voll zu tun. Nur wenn der Patient stationär behandlungspflichtig ist - das gilt beispielsweise für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen - verbleibt er bis zur Auswertung oder auch darüber hinaus in einem isolierten Bereich.

Corona-Fälle habe es im Christophorus-Krankenhaus bislang noch nicht gegeben. Grippefälle hingegen schon. Dennoch appelliert der Standortleiter an Menschen, die über verdächtige Symptome klagen oder eine Infektion vermuten, nicht direkt das Krankenhaus aufzusuchen.

Nicht sofort ins Krankenhaus

Ein Anruf beim Hausarzt, dem Infotelefon des Kreises Unna (Tel. 0800 10 20 205) oder der Hotline des Ministeriums (Tel. 0211 9119 1001) sollten die ersten Optionen sein. Tests können auch beim Gesundheitsamt in Unna oder dem Kreishaus in Lünen vorgenommen werden.

„Das Krankenhaus ist letztlich für die Leute zuständig, die stationär behandlungsbedürftig sind. Wir schicken nicht jeden direkt weg. Aber es ist ungünstig, wenn zeitgleich zehn Leute mit ihren Angehörigen wegen Grippesymptomen zu uns kommen“, betont Risse.

Der Krankenhaus-Verbund Werne und Lünen hat einen Koordinationsstab gebildet, der jeden Morgen zusammenkommt und aktuelle Entwicklungen bespricht. „Wir entscheiden dann von Tag zu Tag über weitere Maßnahmen. Bislang haben wir aber noch keine Einschränkungen im regulären Betrieb“, so Risse.

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