Berühmter Theater-Regisseur liest mithilfe eines Werners in Münster

rnLesung im Borchert-Theater

Der bedeutende Theater-Regisseur Claus Peymann kehrte Anfang Oktober für eine Lesung zurück ins Wolfgang Borchert Theater. Dort hatte Hermenegild Fietz aus Werne die Möglichkeit, mit ihm zu arbeiten.

von Charlotte Schuster

Werne

, 12.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wolfgang Borchert Theater Münster (WBT) hatte am Donnerstag, 1. Oktober, hohen Besuch - Claus Peymann (83) war zu Gast. Der deutsche Theater-Regisseur hielt die lang erwartete Lesung von Thomas Bernhards Werk „Meine Preise“.

Claus Peymann gab Lesung im WBT

Bereits im Juni 2018 gab Claus Peymann eine Lesung im Wolfgang Borchert Theater, in der er aus Thomas Bernhards „Holzfällen“ las. Nachdem diese restlos ausverkauft war, wurden im Frühjahr 2019 sowie 2020 seine Lesung von Bernhards „Meine Preise“ angekündigt. Die beiden Veranstaltungen mussten aufgrund von einer Erkrankung und der Corona-Krise jedoch abgesagt werden.

Jetzt - im Herbst 2020 - war es endlich soweit. Der ehemalige Intendant des Berliner Ensembles kam zurück nach Münster. Die Zuhörer erwartete mit „Meine Preise“ wieder ein Text des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Peymann kannte den derweil verstorbenen Thomas Bernhard sehr gut.

Die Lesung war restlos ausverkauft. „Den Mann wollen alle sehen. Die Leute kommen wegen ihm und nicht unbedingt wegen der Lesung an sich“, erklärt der Beleuchtungsmeister Hermenegild Fietz.

„Peymann hat das Theater geprägt und prägt es immer noch“

Hermenegild Fietz aus Werne, der Freier Mitarbeiter am Wolfgang Borchert Theater ist, hat das Licht für Peymanns Lesung gestaltet und ihn hautnah miterlebt. Fietz habe sich sehr gefreut, mit der Regie-Legende zusammenarbeiten zu dürfen, da er besonders in der Theaterbranche sei.

„Ich war aufgeregt, weil ich großen Respekt vor Peymann habe. Aufgeregt bin ich ansonsten nur noch hoch selten“, sagt Fietz. Der Beleuchtungsmeister merkt an, dass er eigentlich gewöhnt daran sei, mit berühmten Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten.

Diese Zusammenarbeit habe ihn aber sehr stark berührt. „Peymann hat das Theater geprägt und prägt es immer noch“, findet Hermenegild Fietz. Er habe seinen ganz eigenen Stil und wisse ganz genau, was er will. Zudem habe er eine ganz besondere Präsenz und Aura, führt er fort.

„Ich habe vergessen, ihn nach Christian Klar zu fragen“

Fietz und Peymann haben kaum die Gelegenheit dazu gehabt, lange Gespräche miteinander zu führen. Sie waren in einer Arbeitssituation und der Theater-Regisseur habe Mittags auch eine Pause gebraucht, um für den Abend wieder fit zu sein, führt Fietz fort. „Ich habe vergessen ihn nach Christian Klar zu fragen“, gibt Hermenegild Fietz zu.

Christian Klar, der ehemalige deutsche Terrorist der Roten Armee Fraktion, war wegen neunfachen Mordes zu lebenslangen Haft verurteilt worden. Nachdem er 26 Jahre im Gefängnis saß, habe Peymann ihm einen Praktikumsplatz am Theater am Schiffbauerdamm angeboten.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt