"Coole Piraten" an der Steinstraße schließt bald

Kinderbekleidungsgeschäft

„Coole Piraten“ schließt. Über Facebook sucht die Inhaberin des Kinderbekleidungsgeschäfts, Fatma Lewandovski, einen Nachmieter für das 100 Quadratmeter große Ladenlokal in Werne. Es ist das zweite Geschäft innerhalb einer Woche, für das es an der Steinstraße keine Zukunft mehr gibt.

WERNE

, 19.01.2017, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Bis demnächst“, sagt eine junge Frau, als sie ihren Kinderwagen aus dem Geschäft schiebt. Ja, sie habe ihre Stammkunden, sagt Fatma Lewandovski, als wir sie am Donnerstag in den Räumen an der Steinstraße besuchen. Sie steht an der Kasse, bestätigt uns das, was auf Facebook zu diesem Zeitpunkt bereits zu lesen war. „Aber Stammkunden alleine reichen nicht aus.“ Sobald die 45-Jährige einen Nachmieter gefunden hat, ist das Kinderbekleidungsgeschäft "Coole Piraten" in der Werner Innenstadt Geschichte.

Private Gründe hätten letztendlich den Ausschlag für die geplante Schließung gegeben. „Dass es immer schwieriger wurde und die Kunden immer weniger, habe ich aber schon in den letzten Monaten gemerkt“, sagt Lewandovski. „Das kann man auch nicht schönreden - und natürlich wird auch die Schließung des Solebades dazu beigetragen haben.“

Bei "Catwalk" wenige Häuser weiter war es ähnlich

All das klingt nach dem, was Anfang der Woche nur wenige Häuser weiter an der Ecke zur Magdalenenstraße Thema war. Auch die Modeboutique „Catwalk“ sucht einen Nachmieter, will schließen, sobald einer gefunden ist. Yvonne Herrmann, Ehefrau von Boutiquebesitzer Ralph Breitmoser, sagte am Dienstag gegenüber unserer Redaktion, dass ihr der Gedanke bereits seit Längerem durch den Kopf gehe - ähnlich wie nun bei Fatma Lewandovski.

Seit siebeneinhalb Jahren führt die 45-Jährige ihr Geschäft in Werne. Vier Jahre war sie an der Magdalenenstraße, zog dann an die Steinstraße, in das Ladenlokal schräg gegenüber ihres jetzigen Standortes. „Ich habe auf Laufkundschaft gehofft“, sagt sie. Und die kam auch - zu den Markttagen, „an denen in der Stadt noch immer richtig viel los war“.

Irgendwann wurde es wenige. Mittlerweile, sagt Lewandovski, habe sie spürbar weniger Umsatz als früher. An der Steinstraße 6 direkt neben Lebensmittel Overmann sind die „Coolen Piraten“ seit einem Jahr - ein weiteres wird es wohl nicht mehr werden.

„Die Entscheidung ist mir wirklich schwer gefallen“, sagt sie am Donnerstag noch. Aber gegen die fehlende Kundschaft und auch das florierende Online-Geschäft käme sie nun mal nicht an.

Drei Fragen an Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht

Was bedeutet das für Werne? Sind die beiden Schließungen typisch für die Stadt an der Lippe? Darüber haben wir mit der städtischen Wirtschaftsförderin gesprochen:

 

Zwei Schließungen in einer Woche: erst die Modeboutique „Catwalk“, jetzt das Kinderbekleidungsgeschäft „Coole Piraten“. Was bedeutet das für Werne als Einkaufsstadt?

Das ist natürlich ein herber Schlag, zeigt aber auch den Strukturwandel im Einzelhandel und wie schwierig die Entwicklung generell ist. Der Trend geht dahin, in Großstädten oder online einzukaufen. Inhabergeführte Geschäfte sind leider nicht mehr so gefragt und kleine Städte wiederum für Filialisten nicht interessant. Da ist die Stadt Werne leider keine Ausnahme.

Was nicht zuletzt an der Schließung des Solebades liegt. Beide Inhaber sprechen davon, dass die Kunden vor allem in den vergangenen zwei Jahren weniger wurden.

Dass die Kundenfrequenz nach der Schließung des Solebades zurückgegangen ist, können wie so bestätigen.

Wie will die Stadt Werne dagegen steuern?

Die Stadt kann in erster Linie gute Rahmenbedingungen schaffen und das haben wir im letzten Jahr auch getan, indem wir auf ein stärkeres Eventmanagement gesetzt haben. Nun müssen wir wohl feststellen, dass die Einzelhändler nicht genug davon haben. Das sollten wir in Ruhe bewerten. Wichtig ist zum jetzigen Zeitpunkt die grundsätzliche Bereitschaft, mit den Vermietern ins Gespräch zu kommen und schnellstmöglich einen Nachmieter für die beiden Ladenlokale an der Steinstraße zu finden.

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