Altenheim in Werne muss auch Senioren mit Corona aufnehmen

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In einem Werner Seniorenheim waren mehrere Bewohner mit positivem Corona-Test untergebracht. Trotzdem kann man nicht von einem Corona-Ausbruch sprechen. Das sind die Hintergründe.

Werne

, 20.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zur Corona-Risikogruppe zählen Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen in hohem Alter. Auf die meisten Bewohner in Seniorenheimen dürften beide Risikofaktoren zutreffen.

Im Seniorenzentrum Antonius in Werne gab es am Ende der vergangenen Woche einen positiven Corona-Fall. Zwei weitere positiv getestete Senioren waren ebenfalls in dem Altenheim untergebracht. Man könne aber nicht von einem Corona-Ausbruch sprechen, wie Pflegedienstleiterin Tanja Lenz auf Nachfrage erklärt.

Verpflichtende kontrollierte Aufnahme

Der positiv getestete Bewohner sei mittlerweile stationär im Krankenhaus aufgenommen, sagt Tanja Lenz. Wie er sich infiziert habe, wisse man nicht. Der Bewohner wurde aufgrund von typischen Corona-Symptomen getestet. Man habe Corona-Schnelltests bei den Mitarbeitern durchgeführt. „Die waren alle negativ“, erzählt die Pflegedienstleiterin. Niemand befinde sich in Zusammenhang mit diesem Fall zur Zeit in Quarantäne.

Die zwei anderen Bewohner, die positiv auf das Virus getestet wurden, waren zur Kurzzeitpflege in der Pflegeeinrichtung untergebracht. Von der Corona-Infektion der beiden habe man vorher gewusst. Mittlerweile seien sie aber nicht mehr in der Einrichtung. „Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, auch positiv getestete Menschen aufzunehmen. Wir kriegen natürlich vorher Bescheid, ob ein Coronatest positiv oder negativ war“, erklärt Tanja Lenz.

Aus diesem Grund könne man nicht von einem Corona-Ausbruch sprechen. Es handele sich um eine kontrollierte Aufnahme, um die Krankenhäuser zu entlasten.

Denn: Auch pflegebedürftige Senioren, die mit dem Coronavirus infiziert sind, benötigen weiterhin professionelle Pflege.

Am nächsten Montag werde man Stand Freitag, 20. November, eine weitere positiv getestete Person aufnehmen.

Jede Einrichtung braucht Infektionsschutzkonzept

Um eine sichere Aufnahme von positiv getesteten Bewohnern zu gewährleisten, hat das Seniorenzentrum Antonius ein Infektionsschutzkonzept erarbeitet. „Wir arbeiten nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Das Konzept ist mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. Das muss jede Einrichtung haben“, erzählt Tanja Lenz. Die Bewohner hätten unter anderem Einzelzimmer, genug Schutzausrüstung für die Mitarbeiter sei vorhanden.

Infektionen steigen in der Breite

Die Corona-Infektionen in Werne derweil sind mit 16 Neuinfektionen am Donnerstag, 19. November, und am Mittwoch, 18. November, weiterhin auf hohem Niveau. „Das sind meist Einzelfälle, es gibt keine Hotspots im Sinne der Altersstruktur oder den Wohnbereichen“, erklärt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamts der Stadt Werne, auf Nachfrage.

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