Efe Grill beantragt staatliche Hilfe: „Meine Existenz steht auf der Kippe“

rnDöner in Stockum

Seine ganzen Ersparnisse steckte Yusuf Akkaya in seinen Döner-Imbiss, bevor die Corona-Krise ihn zur Schließung des Lokals zwang. Nun hofft der Imbissbetreiber auf staatliche Hilfe.

Werne

, 05.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wenn das Virus nicht wäre, hätte ich keine Sorgen“, sagt Yusuf Akkaya (46), Inhaber des Efe-Grills in Stockum, schwermütig. Eine Woche nach der kostspieligen Renovierung seines Lokals brach die Corona-Krise über Deutschland herein und sorgte für finanzielle Schwierigkeiten beim Imbissbetreiber. „Es geht einfach niemand mehr vor die Tür. Vom Lieferservice kann ich auch nicht überleben“, erzählt Akkaya.

„Manchmal sitze ich vier Stunden herum und es kommt kein einziger Kunde. Das schlägt auch aufs Gemüt und auf das Familienleben“, fügt er hinzu. Deshalb hatte er sich ursprünglich dazu entschlossen, den Laden zwischenzeitlich für ein bis zwei Tage zu schließen, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Über das Herz gebracht habe er es letztendlich aber doch nicht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

„Ich liebe meinen Job. Und ich kann jeden Cent gebrauchen. In guten Phasen wäre es okay gewesen, mal einen Tag zuhause zu bleiben. Aber jetzt brauche ich jeden Kunden. Vielleicht kommen ja doch gerade dann Kunden, wenn ich nicht hier bin“, erzählt er. Daher plane er auch nicht, etwas an den Öffnungszeiten zu ändern: „Die Leute wissen, dass ich bis 22 Uhr hier bin. Also bleibe ich auch so lange hier in der Hoffnung, dass noch jemand kurz vor Feierabend kommt.“

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Rund eine Woche lang hatte Akkaya das Döner-Monopol in Werne. Die Imbisse in der Innenstadt hatten allesamt geschlossen. Für mehr Kunden in Stockum sorgte das aber offensichtlich nicht. King Döner in der Bonenstraße und Pi-Dö an der Stadtbücherei kehrten am 28. März zurück, Mo’s Döner auf der Kamener Straße am 3. April.

Antrag auf staatliche Hilfe ist gestellt

Nun hofft der Imbissbetreiber auf finanzielle Unterstützung vom Staat. Den Antrag hat Akkayas Steuerberater bereits gestellt. „Das war innerhalb von zwei Minuten erledigt. Man muss nur ein kurzes Onlineformular ausfüllen. Das kann jeder Kleinbetrieb selber machen“, ermuntert er seine Leidensgenossen. Er habe gehört, dass die ersten Betriebe bereits ihre Finanzspritze erhalten hätten. 9000 Euro bekommen Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern.

„Mit diesem Geld könnte ich die nächsten Wochen wenigstens meine laufenden Kosten abdecken. Damit wäre mir schon sehr geholfen“, so Akkaya. Abgesehen von der Pacht und den Strom- und Gaskosten beschäftigt der Imbissbetreiber einen Angestellten, den er bereits in Kurzarbeit geschickt hat. Ob und wann die finanzielle Hilfe auf seinem Konto eingehe, sei noch unklar. Eines sei ihm aber sicher: Die Unterstützung durch seine Familie: „Meine Frau stärkt mir den Rücken. Ich bin so froh, in Krisen wie dieser jemanden zu haben, der mir beisteht.“

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