Kameraden mit Distanz im Einsatz: Corona-Krise stellt Werner Feuerwehr vor Herausforderung

rnFreiwillige Feuerwehr

Die Corona-Krise hat personelle Auswirkungen auf die Feuerwehr Werne. Einige Kameraden sind nicht einsatzbereit. Die, die zum Einsatz fahren, müssen Abstand voneinander halten. Eine Ausnahmesituation.

Werne

, 29.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch für die Freiwillige Feuerwehr Werne bedeutet die Corona-Krise eine besondere Ausnahmesituation. Kameraden und Kameradinnen fehlen, weil sie in der Pflege oder als Krankenschwester arbeiten. Andere wiederum befinden sich selbst in Quarantäne und sind nicht einsatzbereit.

Aktuell befinden sich sechs Kameraden auf einer sogenannten Sperrliste. Sie alle waren beruflich oder privat in Krisen- oder Hochrisikogebieten unterwegs. Die meisten haben Resturlaubstage oder Überstunden abgefeiert. Bis Ende März ist das gesetzlich möglich.

Sicherheit in Werne gegeben

Auch ohne die fehlenden Kameraden müssen sich die Bürger aus Werne aber nicht um ihre Sicherheit sorgen. „Wir sind einsatzfähig. Wir können die Hilfsfristen einhalten“, erklärt Dr. Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Feuerwehr Werne.

Unter Hilfsfristen versteht man die gesetzlich vorgegebene Zeit, in der die Feuerwehr spätestens am Einsatzort sein muss. Bei einem Wohnungsbrand beispielsweise müssen innerhalb von maximal acht Minuten neun Kameraden am Notfallort sein. Nach zwölf Minuten müssen weitere 13 Einsatzkräfte angerückt sein.

Neue Regeln in Zeiten der Corona-Krise

Die Hilfsfrist wird eingehalten. Dennoch gibt es in Zeiten der Corona-Krise bestimmte Regeln, wenn die Freiwillige Feuerwehr Werne zu einem Einsatz gerufen wird.

Zurzeit fahren die Kameraden des Löschzugs Mitte mit mehreren Fahrzeugen raus. Denn auch sie müssen sich an die Abstandsregelungen zum Schutz vor einer Infektion durch das Coronavirus schützen. Während man ansonsten mit zwei Fahrzeugen zum Einsatz fährt, müsse man die Anzahl nun verdoppeln, gibt Bernsdorf ein Beispiel.

Jetzt lesen

Während der Löschzug Mitte im Fuhrpark sehr gut aufgestellt sei, stellt dies hingegen bei den Löschzügen Holthausen oder Langern eine große Herausforderung da. Beide Löschzüge würden nur über jeweils ein Fahrzeug verfügen. Bei Einsätzen in den Bauernschaften müssten die anderen Löschzüge entsprechend Unterstützung leisten, so Bernsdorf weiter.

Absolutes Kontaktverbot für die Kameraden der Werner Feuerwehr

Zudem greifen weitere Sicherheitsmaßnahmen bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne. Etwa gilt ein absolutes Kontaktverbot zwischen den Kameraden. „Während man sich ansonsten zu Zweit aufhalten darf, dürfen wir uns gar nicht mit den Kameraden treffen, um uns nicht gegenseitig zu infizieren“, erklärt Bernsdorf. Vor allem über soziale Medien halten die Kollegen nun Kontakt miteinander.

Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, erklärt, dass die Versorgung der Bürger in Werne gesichert ist.

Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, erklärt, dass die Versorgung der Bürger in Werne gesichert ist. © Jan Hüttemann (A)

Auch Fortbildungen finden für die Feuerwehr nicht statt. Die gesetzlich vorgesehenen regelmäßigen Überprüfungen zur Atemschutztauglichkeit werden mit einer Ausnahmeregelung zurzeit ausgesetzt.

Gasmasken bieten Schutz

Sind die Kameraden im Einsatz - etwa bei einem Wohnungsbrand - sind sie durch ihre Gasmasken geschützt, erklärt Bernsdorf. In anderen Fällen tragen sie Atemschutzmasken zum Schutz vor einer Corona-Infektion. Das gilt beim Tragen von Patienten oder bei Türöffnungen, wenn die Lage hinter der verschlossenen Tür unbekannt ist. Bisher habe es noch keine Probleme bei Einsätzen gegeben aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation, so Bernsdorf.

Schneller zum Einsatzort kommen die Kameraden, die sich zurzeit im Homeoffice befinden, übrigens nicht. „Komischerweise sind diejenigen, die im Homeoffice arbeiten können, auch genau diejenigen, die in Quarantäne sind“, sagt Bernsdorf und muss schmunzeln.

Die Sicherheit der Bürger, die immer im Fokus steht, sei trotz der personellen Situation in jedem Fall gesichert. Bei etwa 80 Kameraden sei nur ein geringer Teil aktuell nicht einsatzfähig, so der Experte weiter.

Mit Gasmasken schützen sich die Kameraden bei Bränden. Gleichzeitig dient das Equipment zum Schutz vor einer Infektion mit Corona.

Mit Gasmasken schützen sich die Kameraden bei Bränden. Gleichzeitig dient das Equipment zum Schutz vor einer Infektion mit Corona. © Foto: Freiwillige Feuerwehr Wern

Lesen Sie jetzt